Die Kronoply GmbH, ein Produzent von Holzwerkstoffen in Heiligengrabe, hat mit dem Hamburger Univention-Premium-Partner DIGITEC Univention Corporate Server (UCS) so implementiert, dass die neue Umgebung hochverfügbar ist. Dazu wurde UCS um die Open-Source-Hochverfügbarkeits-Lösung Heartbeat erweitert.
Die IT-Verantwortlichen der Kronoply GmbH waren 2008 zweifach mit einem Altersproblem konfrontiert: Fujitsu hatte die Wartung der Domaincontroller und Fileserver, auf denen wichtige Installationen zur Produktions- und Anlagensteuerung laufen, abgekündigt. Gleichzeitig stellte Novell den Support für das laufende Linux-Betriebssystem Suse Linux Enterprise Server (SLES) 9 ein.
Eine neue Lösung musste gefunden werden, die eine Produktion im 7x24 Stunden Betrieb ermöglicht. Aus diesem Grund waren folgende Bedingungen zu erfüllen:
„Aufgrund der hohen Anzahl an PCs und geringer interner Personalressourcen war es unser Wunsch, so wenig wie möglich auf der Windows-Client-Seite ändern zu müssen“, erklärt Jens-Uwe Neumann, bei Kronoply Inhouse Consultant für die IT-Infrastruktur. Letzteres versprach die Betriebssystem-Umgebung Univention Corporate Server, auf die Kronoply 2008 aufmerksam wurde.
Das UCS-Konzept der Absicherung eines Domain-Controllers durch einen Backup-Controller genügte den hohen Ansprüchen an die Hochverfügbarkeit noch nicht umfassend. Der Univention-Premium-Partner DIGITEC entwickelte daher ein Konzept, UCS um die Software Heartbeat zu erweitern. In dieser Open-Source-Netzwerklösung für Hochverfügbarkeitsszenarien prüfen sich mindestens zwei angeschlossene Server permanent gegenseitig auf die Verfügbarkeit der installierten Applikationen. Wird in dieser automatischen Überwachung ein Fehler festgestellt, übernimmt automatisch der nicht gestörte Server alle Aufgaben. Möglich ist auch ein Verbund von mehreren Servern zu einem Hochverfügbarkeits-Cluster.
Im September 2009 fiel bei Kronoply die grundsätzliche Entscheidung für die von DIGITEC auf Basis des Univention-Servers UCS entwickelte Lösung. Anfang November ging der Auftrag an DIGITEC. Gleichzeitig wurden bei Fujitsu zwei neue 64-Bit-Server auf Basis der x86-Architektur bestellt und direkt an den Hamburger Univention-Premium-Partner geliefert.
DIGITEC installierte UCS auf den neuen Servern und migrierte eine Kopie des damals aktuellen Verzeichnisdienstes Open LDAP von Kronoply in das LDAP von UCS. Notwendige Systemeinstellungen wurden von den alten Servern übernommen. Als letzte Komponente wurde die Software Heartbeat installiert, DIGITEC testete die neue Umgebung eingehend.
Am Freitag, den 22.01.2010, wurden um 16:00 Uhr die alten Systeme heruntergefahren. Die IT-Abteilung von Kronoply hatte die Vorbereitungen der provisorischen Versorgung der produktionsrelevanten Prozesse im Vorfeld abgeschlossen. Nach einer minimalen Downtime von nur zwei Stunden, in der das alte Storage-System angeschlossen und das LDAP abgeglichen wurde, erfolgte der Start der neuen Systeme, und alle Dienste standen den Usern des Kronoply-Netzwerkes wieder zur Verfügung.
Nach drei Wochen wurde die Abnahme der neuen Umgebung erteilt. „DIGITEC hat die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt“, lobt Jens-Uwe Neumann, den Dienstleister.
UCS ist auf zwei Servern installiert, die als Domain- beziehungsweise Backup-Controller arbeiten. Beide Server sind per Fiberchannel an ein SAN-Speichersystem angebunden. Es ist eine Cluster-Umgebung mit Heartbeat entstanden. Das heißt, für den normalen Betrieb ist nur ein Serversystem notwendig und eine Übernahme aller Dienste ist im Störungsfall ohne Unterbrechung durch das zweite Serversystem gewährleistet.
Kronoply hat einen Support- und Wartungsvertrag mit DIGITEC und Univention abgeschlossen, Dieser Supportvertrag beinhaltet eine Reaktionszeit von vier Stunden. Außerdem bekommt DIGITEC im Rahmen eines Wartungsvertrags für präventive Maßnahmen Meldungen aus der in UCS integrierten Monitoring-Software Nagios und überprüft wöchentlich die Kronoply-Systeme.
„Wir haben mit dieser hochverfügbaren UCS-Lösung unsere Ziele voll und ganz erreicht“, zieht der Projektverantwortliche Jens-Uwe Neumann ein Resümee. „Zeit- und Kostenrahmen wurden eingehalten. Allein an Lizenzkosten sparen wir gegenüber einer Microsoft-Lösung 30 bis 40 Prozent.“ Es wäre zu aufwändig und teuer geworden, vom bestehenden LDAP in eine Microsoft-Umgebung zu migrieren. Die Ziele seien sogar übertroffen worden: „Der Administrationsaufwand ist wegen der grafischen Management-Umgebung von UCS geringer als zuvor. Die Techniker erledigen ihre Tagesaufgaben, ohne dass eine Schulung notwendig war.“
Eine der nächsten größeren IT-Projekte bei Kronoply wird darin bestehen, das bisherige Speichersystem abzulösen. Gegen Ende 2010 wird eine redundant ausgelegte Storage-Umgebung entstehen.
„UCS bietet uns sehr viel Potenzial für unsere IT-Zukunft“, meint Jens-Uwe Neumann. Noch in diesem Jahr möchte Kronoply ein Projekt zur Desktop-Virtualisierung auf der Basis von Univention starten. Die „bei uns leider nicht zu ersetzenden Windows-Arbeitsplätze“, so der Infrastruktur-Spezialist, sollen per UCS mit ihrer Microsoft-Umgebung versorgt und zentral administriert werden.
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