Als der Lebensmittelhersteller Geti Wilba im Oktober 2008 aus der Nestlé Deutschland AG ausgegliedert wurde, musste das Unternehmen aus Bremervörde in kurzer Zeit eine eigenständige IT-Infrastruktur aufbauen.
Während es auf Seiten der Clients bei Windows blieb, fiel die Entscheidung für die zentrale IT aus Kosten- und Technologiegründen zugunsten von Univention Corporate Server (UCS) aus. Das Enterprise-Linux-System dient zur zentralen Administration aller Server, Desktops, Drucker und Benutzer.
Geti Wilba ist ein Tiefkühlspezialist, der auf die Herstellung von Wild-, Geflügel- und Fertigprodukten spezialisiert ist. Neben der Zentrale in Bremervörde gibt es dort zwei Produktionsbetriebe sowie weitere Niederlassungen in Cuxhaven und Oberreute im Allgäu. Die vier Betriebsstätten sind per WLAN-Strecke oder VPN an die zentrale IT angeschlossen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 800 Mitarbeiter.
Das Unternehmen erbte aus Nestlé-Zeiten eine vollständig Windows-orientierte Client-Ausrichtung. Die gut 100 Clients werden von fast 130 Mitarbeitern genutzt. Um sich ganz auf den zeitlich engen Aufbau der Server-Infrastruktur konzentrieren zu können, sollten die Clients lediglich von Windows 2000 auf XP umgestellt werden. Aus dem gleichen Grund blieb es auch bei den Microsoft-Office-Anwendungen und dem Outlook-Client für die Groupware.
Server-seitig übernahm Geti Wilba einige vorher schon vorhandene Rechner, nicht aber die Software. Das ERP läuft bei einem Dienstleister. Die Personalabrechnung (Loga von P&I) läuft auf einem abgekapselten Server mit lokaler Datenhaltung. Ein System dient als Windows-NT4-Domäne, die als File-Server die Daten der Enduser vorhält. Die gesamte Client- und Server-Umgebung samt der Verwaltung der Benutzer sollte mittels eines Systems von einem zentralen Punkt aus administriert werden. Zwei Windows-Anbieter und der Univention-Partner DECOIT aus Bremen waren eingeladen, ihre Angebote einzureichen.
Das Rennen machte DECOIT. „Es war die deutlich preisgünstigere Lösung“, begründet Gernot Bours, IT-Verantwortlicher bei Geti Wilba, die Entscheidung. Nach Detailabsprachen ging Mitte Oktober 2008 der Auftrag an DECOIT. Zwei neue Server wurden gekauft, Intel-basierende Dual-Core-Systemen DL380 von HP. Innerhalb eines Monats war die Umstellung vorzubereiten. An einem Wochenende Mitte November wurde die neue IT-Struktur eingerichtet und die alte von Nestlé abgebaut. Gleichzeitig stellte das Team per Images die weitgehend identischen Dell-Clients von Windows 2000 auf XP um.
Auf einem der neuen Server läuft der Master-Domaincontroller von UCS, auf einem anderen dessen Backup-Controller, der ihn fortlaufend repliziert. Auf dem Leit-Server liegt der zentrale Verzeichnisdienst OpenLDAP, der alle Konfigurations- und Benutzerinformationen verwaltet. Er dient außerdem als Authentifizierungs-, File- sowie Print-Server und stellt die Netzwerkdienste für die Standorte zur Verfügung. Gleichzeitig ist er die Durchgangsstation zur NT4-Domäne, die weiterhin den Großteil der Arbeitsdateien vorhält. Deren Umzug auf UCS erfolgt schrittweise nach den zeitlichen Möglichkeiten der IT. Als Herausforderung erwies sich die Einbindung der Outlook-Clients an die in UCS integrierte Kolab-Groupware. Ein Bynari-Connector macht es möglich, dass die Clients Outlook quasi als Benutzeroberfläche verwenden, während Kolab auf dem UCS-Master die eigentlichen Funktionen bereitstellt. „Das einzurichten hat Arbeit gemacht“, erinnert sich IT-Leiter Bours. „Trotzdem ist das Projekt von seiner technischen Realisierung, seinen Kosten und hinsichtlich der heutigen Stabilität und Verfügbarkeit des Systems so gelaufen, wie erwartet. Wir haben bei keinem unserer Ziele zurückgesteckt.“
„Wir arbeiten jetzt mit einer kostengerechten Lösung, die beweist, dass es auch in kleinen Umgebungen nicht Microsoft sein muss“, erklärt Bours. Er kalkuliert, dass eine vergleichbare Installation auf Windows-Basis drei- bis vierfach höhere Lizenzkosten verursachen würde. „Ich war mir von vornherein sicher, mit UCS ein sehr zuverlässiges System einzukaufen. Und ich bin nicht enttäuscht worden.“ Beachtlich ist auch sein Lob für den Univention-Premium-Partner DECOIT: „Was die an Einsatz gezeigt haben, hatte ich mir gewünscht, war aber üblicherweise bei weitem nicht zu erwarten. Wenn ein Problem auftauchte, brauchte ich niemanden anzustoßen, eine Lösung zu finden. Die kamen mit einer.“
Dass ihn UCS nicht auf ein Betriebssystem festlegt, gedenkt der IT-Verantwortliche weidlich auszunutzen. So schaut er sich am Markt nach Lösungen für Dokumenten-Management und Betriebsdatenverwaltung um. „Wenn wir da etwas geeignetes als Open Source finden, nehmen wir es. Wenn nicht, könnten wir mit UCS auch eine Windows-Applikation administrieren.“ In einem Punkt scheint allerdings schon eine Vorentscheidung für Open Source gefallen zu sein: Um die Windows-Clients automatisch mit Software-Updates und Patches zu versorgen, will Bours „aller Voraussicht nach“ Opsi vom Univention-Partner UIB aus Mainz einsetzen. Es lässt sich in die Administrations-Oberfläche von UCS integrieren.
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