Anwenderbericht Landtag Brandenburg

Plattformübergreifende Verwaltung mit UCS

Plattformübergreifende Verwaltung der Server und der Desktop-Arbeitsplätze mit UCS bei der Landtagsverwaltung Brandenburg

Projekt

Die Verwaltung des Landtags Brandenburg hat diverse separate Server auf Univention Corporate Server (UCS) konsolidiert, um der IT-Administration die Arbeit nach Service-Level-Agreements zu ermöglichen. Gleichzeitig ermöglicht UCS weitere Aufgaben: Ab Herbst 2009 werden die IT-Spezialisten Desktops und Notebooks der Abgeordneten im Landtag mit Software und User-Support versorgen.

Ausgangssituation

Das in der Landtagsverwaltung zuständige Referat V2, Sachgebiet IT, verwendete bisher Server-seitig verschiedene Systeme mit Sun-Solaris, Suse Linux Enterprise Server (SLES) und CentOS 5.2 sowie Windows-Terminal- und Windows-Management-Server. Alle Systeme wurden aufwendig einzeln administriert. Auf den rund 120 Clients der Verwaltungsmitarbeiter läuft OpenSuse, derzeit in Version 10.2, mit dem zugehörigen Paket an Open-Source-Anwendungen. Clients wurden per Image und mit anschließend abzuarbeitender Checklist installiert, Software und Patches per Skript verteilt. Es gab kein Single-Sign-on sowie kein Trouble-Ticketing für Problemfälle und User-Support.

Mit Beginn der neuen Wahlperiode, die konstituierende Sitzung des neuen Landtag findet Mitte Oktober 2009 statt, wird das Referat V2 auch zuständig für die IT-Versorgung und Betreuung der voraussichtlich 88 Abgeordneten. Für jeden Abgeordneten gibt es einen PC im Landtagsbüro, einen Laptop mit UMTS-Anbindung für das Arbeiten von unterwegs und einen Desktop für sein Wahlkreisbüro. Für den Helpdesk in Richtung der Abgeordneten sind drei neue Mitarbeiter eingestellt worden.

Projektziele

„Im Prinzip war hier vieles vorhanden, was es in UCS gibt“, erklärt Dr. Stephan Hendl, Referent IT und Kommunikation im Referat V2. „Uns fehlte, das Ganze unter einer vernünftigen Web-basierten Oberfläche administrieren zu können.“ Die zusätzliche Aufgaben der IT-Services für die Abgeordneten machte eine Neuorientierung zwingend erforderlich.

Im Januar 2009 definierte ein Workshop die generellen Ziele: zentrale Serveradministration für SLES, CentOS und Solaris, eine Web-basiertes Managementsystem für Windows- und Linux-Clients mit integrierbarer Trouble-Ticket-Lösung, einheitliche Nutzerverwaltung für Abgeordnete und Verwaltung, zentrale Datenablage im LDAP, Fernwartbarkeit der Clients sowie Installation und Softwareverteilung auf Knopfdruck. Eine Evaluierung durch T-Systems kam zu dem Schluss, die vom Workshop ins Auge gefasste Lösung Univention Corporate Server sei geeignet.

Projektdurchführung

Ende April startete das Projekt der UCS-Einführung. Auftragnehmer war T-Systems, deren Subkontraktor, die Chemnitzer CAPE IT GmbH, ein Premium Partner von Univention, vor Ort das Vorhaben realisierte. Knapp einen Monat nach Projektstart, am Abend des 26. Mai 2009, ging die Umstellung über die Bühne. Die bisher verteilten Server und Dienste, Home-Verzeichnisse und Laufwerkskennungen ließen sich problemlos auf UCS übertragen. Gruppen- und User-IDs ließen sich mit einem von CAPE entwickelten Skript in die neuen Regeln der Univention-Umgebung einpflegen.

Die neue Lösung

Am nächsten Morgen begann der Alltagsbetrieb der neuen Umgebung ohne Vorfälle. Seither läuft UCS auf zwei virtuellen Maschinen mit VMware ESX 3.5, auf der einen als Domain Controller Master mit dem zentralen LDAP-Verzeichnis, auf der anderen der Domain Controller -Backup-Server, wobei er zur besseren Lastverteilung auch noch als NFS- und Samba-Server für Home- und verschiedene Datenverzeichnisse dient. Über die web-basierte Management-Oberfläche von UCS werden auch die anderen Server administriert.

Fazit

„Wir haben alle relevanten technischen Ziele erreicht“, erklärt Projektleiter Hendl. „Insbesondere ist das zentrale Management der Infrastruktur durch UCS einfacher. Dadurch werden Ressourcen für die Bearbeitung anderer IT-Aufgaben frei, deren Komplexität ständig zunimmt. Die Benutzer haben mit einem Passwort Zugriff auf unterschiedliche Systeme. Linux und Windows werden unterschiedslos unterstützt. Und gerade die Linux-Lösung UCS verhindert eine Vorentscheidung für unsere Betriebssystem-Strategie in Sachen Clients.“

Ausblick

Momentan laufen noch Restarbeiten, zum Beispiel an der Konfiguration von Thin Clients für Telearbeitsplätze in der Verwaltung. Kurz vor dem Abschluss steht die Einbindung von OTRS samt einiger Zusatzmodule von CAPE IT für den künftigen Helpdesk. Momentan evaluiert die IT-Abteilung des Referates V2 die Einbindung von „Opsi“ vom Mainzer Open-Source-Dienstleister UIB in UCS. Opsi automatisiert die Verteilung von Programmen und Patches für Windows-Clients sowie das Lizenzmanagement. Ein wichtiger Aspekt, denn die Abgeordneten im nächsten Landtag werden bei der Ausstattung ihrer Rechner zwischen drei Varianten wählen können: entweder eine reine Microsoft-Umgebung oder Windows mit Open-Source-Anwendungen wie Firefox und StarOffice/OpenOffice oder ein reines Linux- und Open-Source-System.

Eine Entscheidung über die Desktop-Systeme in der Verwaltung ist auf Anfang nächsten Jahres vertagt. Weil die Mitarbeiter sich an die Benutzeroberfläche Gnome gewöhnt haben, ist diese unverzichtbar und Open Suse 11 momentan Favorit. Allerding wird ab Ende 2009 Univention Corporate Desktop (UCD) auch Gnome unterstützen. Dann könnte UCD von Vorteil sein, denn durch seine enge Verzahnung mit dem UCS-Managementsystem ließe sich die Administration der mobilen und der Büro-Desktop-Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Verwaltung weiter vereinfachen.

Anwenderbericht
August 2009, PDF-Dokument (173,9 KB)

 

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