Anwenderbericht Landkreis Wittmund

UCS und UCS@school bei den Schulen im Landkreis Wittmund

Der Anwender

Der ostfriesische Landkreis Wittmund stellt IT-Dienste zentral zur Verfügung. Zu dem Netzverbund gehören die Kreis- und sechs Gemeindeverwaltungen, Feuerwehr, Polizei und das Krankenhaus Wittmund sowie Kurverwaltungen, Museen und Bildungseinrichtungen. Das Netzwerk hat Bandbreiten von 2 MB bis 1 GB. Das Zentrum der IT-Struktur befindet sich in Wittmund.

Dort gibt es eine mit VMware virtualisierte Umgebung von 70 virtualisierten Servern, die redundant auf zwei Serverräume verteilt sind.

Die abgeschirmten Anwendungen der Verwaltung laufen auf einer Terminalserver-Farm mit 20 Servern. Die Administration der gesamten kreisweiten IT-Infrastruktur obliegt einem Team von sechs IT-Spezialisten, die auch für die Clients und den User-Support zuständig sind.

Die Modernisierung der IT an den Schulen

Die Notwendigkeit, überalterte IT-Systeme an den Schulen zu ersetzen, bot Anlass, das Netz für Bildungseinrichtungen und Schüler zu modernisieren. Denn das bestehende, teilweise dezentral angelegte Netz auf Basis von Windows 2003 genügte den Anforderungen nicht mehr. Die Verfügbarkeit war angesichts zunehmenden DV-Einsatzes an den Schulen strapaziert. So ist das Schülernetz für schülereigene Laptops offen, allein in Wittmund waren es zeitweise bis zu 400.

Mit der neuen Schulserver-Lösung wird das von der Schulverwaltung getrennte schulpädagogische Netz in 12 Schulen des Landkreises betrieben. Die Lösung nutzt die VMware-Plattform und bietet den Schülern und Lehrern einen zentrale Internetzugang. Außerdem umfasst die Lösung ein E-Mail-System und kann die Lernplattform „Moodle“ integrieren. Insgesamt bestand das Ziel darin, den Schulen definierte Services mit offenen Standardschnittstellen zu Verfügung zu stellen, so dass externe Dienstleister Erweiterungen einbringen können.

Lösung und die Projektdurchführung

Die Lösung fand sich im Linux-Serverbetriebssystem Univention Corporate Server (UCS) und der schulspezifischen Erweiterung UCS@school. Sie wurde eingerichtet vom Univention-Partner KDO Service GmbH und ist im Wesentlichen neu konzipiert. Dabei orientierten sich die Wittmunder ITler an dem IT-Betriebskonzept der Bremer Senatorin für Wissenschaft und Bildung, die landesweit ihren Schulen standardisierte IT-Services mit UCS zentral zur Verfügung stellt und mit der Lösung ihre rund 80.000 Schüler und Lehrer verwaltet. Anders als in Bremen läuft die Wittmunder UCS-Lösung auf Basis von VMware-Servern in Form einer zentralen Vier-Server-Farm und fünf dezentralen VMware-Servern. Letztere tragen auch andere, dezentral notwendige Dienste im Verwaltungsbereich, zum Beispiel Backups für VoIP-Anlagen auf Basis von Asterisk. Die Datensicherung der UCS@school-Server erfolgt zentral über das MPLS-Netzwerk mit VMware.

Faktisch aber stellt das Wittmunder Rechenzentrum alle Dienste zur Verfügung. Ausnahmen sind dabei die Schulen auf den ostfriesischen Inseln. Die Anbindung von Langeoog erfolgt mit VPN über den T@School-DSL-Anschluss an die KDO. Die Anbindung von Spiekeroog über eine 2-Mbit-Leitung an das MPLS-Netz. Die einzelnen Teilnetze für Verwaltungen, Schulverwaltung und Schüler sind konsequent über VLANs von einander getrennt. Gleichwohl wird die gesamte virtualisierte Infrastruktur zentral von Wittmund aus administriert.

Fazit

Der Landkreis als Schulträger und die Lehrer verfügen mit UCS und UCS@school über eine moderne Lösung, mit der einerseits Schulträger schulübergeifend in standardisierter Weise ihren Bildungseinrichtungen IT-Services und Dienste zentral zur Verfügung stellen, sowie administrative Daten, was die Benutzerverwaltung von Schülern und Lehrern einschließt, zentral pflegen. Offene Schnittstellen sorgen für den selektiven Datenimport aus der Schulverwaltung in das pädagogischen Schulnetz UCS@school.

Die Komponente UCS@school kommt im IT-gestützen Unterricht zum Einsatz. Die grafische Benutzeroberfläche des UCS Verwaltungswerkzeuges Univention Management Console (UMC) ist dabei an die Anforderungen von Lehrern angepasst worden. Dadurch können Lehrer ohne besondere IT-Kenntnisse beispielsweise ihre Unterrichtsvorbereitung und Klassenraumplanung organisieren, auf den PC-Arbeitsplätzen der Schüler Shares (Laufwerke und Ressourcen) freigeben, Bildschirme beobachten, ebenso wie Eingabegeräte und den Internetzugang temporär sperren. Der Monitor eines beliebigen Desktops lässt sich auf alle anderen Arbeitsplatzrechner in der Klasse oder per Beamer reproduzieren.

Ausblick

Die bisherigen Erfolge mit Open Source Software haben zu weiteren Schritten in dieser Richtung ermuntert. So ist die Einführung der Open Source Software „Moodle“ geplant. Dies ist eine Lernplattform, die von der KDO Service GmbH zentral für die Schulen des Landkreises Wittmund bereitgestellt wird, damit Lehrer und Schüler die Möglichkeit haben Unterrichtsmaterialien online zur Verfügung zu stellen und jederzeit abrufen zu können.

Auch jenseits der Schulen zieht Open Source Software ein. Neben dem Einsatz von Open Source Software im Schülernetz wird auch in der Verwaltung kreisweit OpenOffice eingeführt. Außerdem gibt es inzwischen in zwei Gemeindeverwaltungen und fünf Schulen VoIP-Anlagen auf der Basis der Open Source-Lösung Asterisk. Ein weiterer Ausbau ist geplant.

Anwenderbericht
Januar 2010, PDF-Dokument (209,9 KB)

 

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