Die Bremer WESER-KURIER Mediengruppe, hat gemeinsam mit ihrem IT-Dienstleister, der Medien Systempartner GmbH & Co. KG (MSP), ihr Filesystem mit der zentralen Benutzerverwaltung auf das Linux-Serversystem Univention Corporate Server (UCS) umgestellt. Dieses ist auch Betriebssystem-Grundlage des für UCS zertifizierten Open-Source-Groupware-Servers Zarafa, welcher ebenfalls bei der WESER-KURIER Mediengruppe im Einsatz ist.
Die IT wurde und wird von dem Dienstleister der Medien Systempartner GmbH & Co. KG, einem gemeinsamen Tochterunternehmen mit der Oldenburger Nordwest-Zeitung, zentral betrieben und gepflegt. Anfang 2008 stand MSP und die IT-Leitung der Bremer Tageszeitungen AG vor der Notwendigkeit, Novell Netware abzulösen, weil es überaltert war, verschiedenen Anforderungen nicht mehr entsprach und somit die Produktionssicherheit nicht mehr garantiert werden konnte.
Die IT-Verantwortlichen standen damit vor der Frage, die Microsoft Exchange-Umgebung zu aktualisieren oder eine Linux-basierte Lösung einzuführen.
Die Entscheidung fiel aus lizenzrechtlichen und kaufmännischen Aspekten auf die Linux-Infrastrukturlösung Univention Corporate Server (UCS). Nach dem ersten Kontakt mit Univention im März 2008 folgte Ende Juli 2008 die Beauftragung. UCS sollte schrittweise, beginnend mit der WESER-KURIER Mediengruppe, verlagsweit zum Einsatz kommen und dabei Server-seitig das Novell-Identity-Management ablösen. Auf den 700 Clients des Verlags sollte es aber bei Windows bleiben. Andreas Bock, IT-Leiter der WESER- KURIER Mediengruppe, erklärt: Wenn man den Benutzern Veränderungen zumutet, wird ein Projekt wesentlich schwieriger, als wenn alles auf den Mitarbeitercomputer-arbeitsplätzen so bleibt, wie es war.
Außerdem wurde geplant, in einem weiteren Schritt die Ablösung der Exchange-Groupware-Server zu beginnen. Die bedurften nicht nur selber einer neuen Version, sondern auch eines aktuelleren Betriebssystems und Active-Directory-Verzeichnisdienstes. Doch hinsichtlich dieser Microsoft-Lösung gab es Bedenken wegen der Lizenzform, die, nach Ansicht der WESER-KURIER Mediengruppe, zu unvorhersehbaren Kosten führen könnte. Dadurch entstand die Idee, auf Basis von UCS und seinem User-Management einen Open-Source-Groupware-Server einzurichten, wobei die Clients weiterhin das gewohnte Outlook nutzen sollten.
Im August begann die Einführung von UCS auf Servern, die zunächst 200 User bedienten. Zusammengefasst in Gruppen mit ähnlichen Rechteprofilen wurden schrittweise weitere User von den Novell-Verzeichnissen nach UCS übertragen. Ende 2009 ließ sich der letzte Novell-Server abschalten. Alle 700 Anwender der WESER-KURIER Mediengruppe beziehen nun zentrale IT-Services von UCS. Die ungewöhnlich lange Migrationsdauer ergab sich dadurch, dass parallel die PCs in einzelnen Abteilungen, wie beispielsweise in der Redaktion, gegen neue Rechner ausgetauscht wurden, was einen hohen Zeitaufwand verursachte.
Das Univention-System läuft im klassischen Aufbau als Master- und Backup-Server, beide auf Basis einer VMware-Virtualisierung. Hinzu kommt ein drittes UCS-System, das als Member-Server für den Proxy-Dienst arbeitet. Der Proxy-Dienst fungiert einerseits als Filter für alle aus dem Internet eingehenden Dinge. Andererseits leitet er alle Anfragen von Windows-Clients ins Internet weiter. Dabei ist es möglich, zu definieren, welcher Client auf welche Websites zugreifen darf. Dieses System ist so eingerichtet, dass es seine User-Informationen aus dem redundant ausgelegten UCS-Verzeichnisdienst OpenLDAP erhält. Hier sind alle Daten und Konfigurationen zentral abgelegt. Die Anwender müssen sich folglich nicht ein weiteres Mal mit Name und Passwort anmelden, nur weil sie von ihren Windows-Clients aus über einen Linux-Server Internet- und Groupwarezugang erhalten. IT-Leiter Bock: Die einzige Änderung, die die Mitarbeiter durch die Migration auf UCS erlebt haben, war eine positive: Single Sign-on.
Positiv waren auch die Erfahrungen auf Seiten der IT-Profis beim Verlag. Sie müssen neue Benutzer nun nicht mehr in mehreren Systemen anlegen und bei Ausscheiden entsprechend gründlich Rechte löschen. Alles ist ein einmaliger Vorgang mit den grafischen Verwaltungswerkzeugen von UCS. Dank der Browser-basierenden, intuitiven Benutzer-oberfläche des UCS-Managementsystems, ist es ein Leichtes, die Benutzerverwaltung durch die Fachabteilungen selbst zu erledigen. Denn die Abteilungsleiter wissen am besten, welche Mitarbeiter welche Berechtigungen haben sollten. Ohne wesentlichen Mehraufwand können nun die Fachabteilungen der WESER-KURIER Mediengruppe Aufgaben zur Benutzer- und Rechteverwaltung selbst erledigen.
Als weiterer kostensenkender Faktor hat sich die Stabilität der Univention-Lösung erwiesen, ein wesentlicher Aspekt im Tageszeitungsgeschäft. Hochverfügbarkeit haben wir durch redundant ausgelegte Hardware und dem Einsatz einer Virtualisierungslösung erreicht, erklärt IT-Leiter Bock. UCS auf eine virtualisierte Basis aufzusetzen, hat die Ausfallsicherheit noch einmal erhöht. Wir brauchen daher keine spezielle High-Availability-Lösung mehr. Außerdem ist durch die Virtualisierung Backup und Wartung wesentlich vereinfacht.

Darüber hinaus wurde die Zeitungsplanungs- und Produktionssoftware auf UCS als Betriebssystemplattform umgestellt und aktuell wird das Redaktionssystem auf Linux migriert.
Schon gleich nach Beginn der Migration auf UCS hatte die Weser-Kurier Mediengruppe im Sommer 2008 begonnen, verschiedene Open-Source-Groupware-Server zu testen. Diverse Lösungen sind für UCS zertifiziert und lassen sich direkt mit den Verwaltungswerkzeugen von UCS koppeln und können dessen Identity-Informationen nutzen. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten der Groupware Zarafa. Ab Januar 2011 wurden die ersten Postfächer schrittweise auf Zarafa migiert. Bis Juli 2011 waren alle 750 Konten in der WESER-KURIER Mediengruppe umgestellt.
Nach und nach werden nun weitere Abteilungen und Tochterunternehmen im Verlag Bremer Tageszeitungen AG Server-seitig auf UCS umgestellt. Darüber hinaus gehende Maßnahmen sind noch nicht beschlossen. Der Verlags-IT-Leiter Andreas Bock resümiert: Das Schöne an UCS ist nicht nur, dass es uns im täglichen Betrieb ein sicheres Gefühl gibt. Noch besser ist, dass wir jetzt mehr Optionen haben als jemals zuvor bis hin zur heute noch nicht vorstellbaren Linux-Migration der Desktops.
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