Wir freuen uns sehr, den ersten Meilenstein von Univention Corporate Server, UCS 4.2, vorzustellen. Der Meilenstein richtet sich an unsere Systemhaus- und Technologiepartner, App-Anbieter und Interessenten, die einen ersten Blick auf das kommende Release von UCS werfen wollen.

Dieser Meilenstein bietet eine Vorschau auf das neue Portal von UCS, mit der installierte Apps in der UCS-Domäne nun auch für die Endbenutzer ganz einfach zu finden sind.

Neben der aktualisierten Debian Basisdistribution bietet dieser Meilenstein eine integrierte Vorabversion der kommenden Samba 4.6 Version, die nach der Finalisierung in UCS zur Verfügung stehen wird.

Neues Portal von UCS 4.2 individuell konfigurierbar

Mit UCS 4.2 haben wir das Bedienkonzept von UCS entscheidend weiterentwickelt und vereinfacht. So wird das zentrale Portal einen schnellen Zugriff auf alle Anwendungen der Umgebung sowie die Verwaltung der unterschiedlichen UCS-Instanzen ermöglichen. Damit werden wir es den Nutzern einfacher machen, auf freigeschaltete Anwendungen zuzugreifen. Das Portal wird mit dem UCS 4.2 Release individuell konfigurierbar sein und kann somit sehr bequem auf die Bedürfnisse jeder Organisation und sogar jedes einzelnen Nutzers zugeschnitten werden.

Im Bereich Usability und Design haben wir einige Verbesserungen geplant. So wird es beispielsweise möglich sein, für die Anzeige von Suchergebnissen zwischen einer Galerie- und einer Listenansicht umzuschalten. Hier im Screenshot sehen Sie die geplante Galerieansicht.

Galerieansicht für Benutzer in UCSIn einer Reihe von Usability Tests haben wir Verbesserungsmöglichkeiten in der Nutzerführung und der Verständlichkeit der Managementoberfläche identifiziert, die wir nun umsetzen werden, um die Administration von UCS noch intuitiver zu machen.

Ansicht Benutzerkonto UCS
Das grundlegende Designkonzept aus den bisherigen UCS 4 Versionen bleibt dabei erhalten und wird nur an wenigen Punkten verbessert. ​

Docker-basierte Apps im App Center

Im Fokus der Weiterentwicklung des UCS 4.2 App Centers steht die Migration der dort verfügbaren Apps hin zu Container-Apps auf Basis der Container-Technologie Docker, die mit dem ersten Meilenstein auf Version 1.12 aktualisiert worden ist.

Es gibt bekanntlich zwei verschiedene Konzepte, wie Docker-Container eingesetzt  werden können. Sie können als eine spezielle Form von virtuellen Maschinen betrieben werden, die bereits den Großteil des Betriebssystemstacks von UCS enthalten und so weitgehend autark genutzt werden können. Alternativ können die Container sehr klein gehalten werden und nur einen bestimmten Prozess oder Service beinhalten.  Für das App Center in UCS 4.2 werden beide Ansätze möglich sein. Für viele App-Anbieter ist der Ansatz, bei dem ein Container bereits den kompletten Betriebssystemstack enthält, ein guter Ausgangspunkt, weil dadurch in der Regel keine Anpassungen an der App erforderlich sind.

Update auf Samba 4.6

Im ersten Meilenstein von UCS 4.2 haben wir außerdem den zweiten Release Candidate von Samba 4.6 integriert . Die finale Samba 4.6 Version wird Anfang März erwartet. Die neue Samba 4.6 Version bringt in sämtlichen Bereichen Verbesserungen. Insbesondere bei den Active Directory Funktionen als Domänencontroller und der Bereitstellung von Datei- und Druckdiensten. Diese Bereiche bilden auch die Schwerpunkte der Einsatzmöglichkeiten von Samba in UCS.

Wechsel der Debian-Basis zu Jessie

Ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung von UCS stellte auch die Aktualisierung  der Distribution dar. UCS basiert schon immer auf der Linux-Distribution Debian. Mit dem Update auf UCS 4.2 wird die Debian-Basis von Debian 7 (Wheezy) auf Debian 8 (Jessie) aktualisiert. Dies ist schon in diesem Meilenstein umgesetzt und bedeutet, dass mehr als 15.000 Quellpakete erneuert wurden.

Als Standard-Startsystem verwendet UCS von nun an systemd und nicht mehr SysV-Init. Alle bisherigen Init-Skripte werden aber weiterhin gestartet, sodass eine Migration der Apps sukzessive erfolgen kann.

Weiterhin werden wir den Linux-Kernel auf den letzten Long-Term-Support (LTS) Kernel 4.9 aktualisieren, was eine optimale Hardwareunterstützung gewährleistet und eine gesteigerte Performance bedeutet. Dieser Meilenstein enthält bereits eine Vorabversion des neuen Linux-Kernels 4.9.

UCS 4.2 wird die erste UCS-Version sein, in der wir nicht mehr die gesamte Debian-Distribution in unserem eigenen Buildsystem neu bauen. Dies ermöglicht es uns, zukünftige Security-Updates noch schneller zu veröffentlichen, auch für Pakete aus dem unmaintained Repository von UCS, was für Sie als Anwender noch mehr Sicherheit beim Einatz von UCS bedeutet. Darüber hinaus erhöhen wir die Binär-Kompatibilität.

Wie geht es weiter?

Der zweite Meilenstein von UCS ist für den 7. März 2017 vorgesehen, der Release Candidate für den 21. März, sodass wir ihn auf unserem CeBIT Stand vorstellen können. Das finale Release ist dann für Anfang April 2017 geplant.

Die aktuellen ISO-Images können Sie in unserem Download-Bereich herunterladen.

Das dann installierte UCS-System ist so konfiguriert, dass alle weiteren Paketupdates aus dem Test-Repository bezogen werden und Sie somit auch die weitere Entwicklung von UCS 4.2 verfolgen können. Der erste Meilenstein ist nicht für den produktiven Einsatz vorgesehen und ein Update von UCS 4.1 auf den Meilenstein steht nicht bereit.

Wir freuen uns schon jetzt über zahlreiches Feedback, entweder in unserem Forum oder per E-Mail an feedback@nullunivention.de.

Stefan Gohmann beschäftigt sich seit 1998 mit Linux. Er studierte an der Fachhochschule Ostfriesland in Emden Informatik und schrieb seine Diplomarbeit bei der Utimaco Safeware AG, wo er anschließend als Softwareentwickler arbeitete. Seit 2003 arbeitet er bei Univention. Seit 2004 leitet er die Softwareentwicklung und den Support bei Univention.