Ein Blick hinter die Kulissen des KRZN InnoLabs: Warum die Kombination aus openDesk-Standards, starker Partnerschaft und lokaler Fachverfahrens-Integration der Schlüssel für die digitale Souveränität unserer Kommunen ist.
Inhaltsverzeichnis
Die digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung ist kein theoretisches Luxusproblem, sondern eine handfeste strategische Notwendigkeit. Für das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) bedeutet Souveränität vor allem eines: die Handlungsfähigkeit und technologische Selbstbestimmung der 46 angeschlossenen Kommunen langfristig zu sichern. Ziel ist es, im Ernstfall und jederzeit die Freiheit zu haben, selbst über die IT-Infrastruktur zu entscheiden.
Das Projekt NOVA entwickelt genau dafür die Antwort: einen modernen, vollständig auf Open Source basierenden Verwaltungsarbeitsplatz. Doch wie bringt man ein so ambitioniertes Vorhaben aus der Theorie in die reale, hochkomplexe Infrastruktur eines kommunalen Rechenzentrums?
Der Meilenstein: Erfolgreiches Deployment in der Testumgebung
Ein großer und wegweisender Schritt ist bereits gelungen: Die softwareseitige Erstinstallation im Rechenzentrum des KRZN war erfolgreich! NOVA hat die rein konzeptionelle Phase verlassen.

Dazu gehört vor allem die Anbindung an die zentralen kommunalen Fachverfahren und die Integration in das Dokumentenmanagementsystem des KRZN, die Fabasoft eGov-Suite. Nur so gelingt eine medienbruchfreie und echte Alternative für die tägliche Verwaltungspraxis.
Univention als strategischer Koordinator und Enabler
Um dieses komplexe Ökosystem zu orchestrieren, setzt das KRZN auf die Univention GmbH als strategischen Partner. Univention liefert mit dem Identity- und Access-Management-System Nubus das unverzichtbare technologische Fundament für die Verwaltung von Identitäten, Benutzerkonten und Zugriffsrechten und eine Anmeldung per Single Sign-on (SSO) an den angebundenen Diensten. Das Bremer IT-Unternehmen übernimmt außerdem eine zentrale Koordinationsrolle: Es hält die Fäden zwischen den verschiedenen Open-Source-Herstellern zusammen und befähigt das KRZN, das Cloud-Deployment schrittweise in eine krisenfeste, eigene On-Premise-Installation zu überführen.
Dieser Wissenstransfer und die partnerschaftliche Unterstützung waren für das InnoLab-Team ein echter Beschleuniger. Ohne die Univention und deren Partner viakom, welche die Groupware-Standards aus dem openDesk-Umfeld exzellent kennen, hätten wir vermutlich unendlich viele eigene Ressourcen benötigt, um uns das tiefgehende Wissen für eine funktionierende Umgebung anzueignen.
Wie geht es weiter?
Die erfolgreiche Installation in der Testumgebung ist das Fundament, auf dem jetzt aufgebaut wird. Nun folgt eine intensive Härtungs- und Stabilisierungsphase. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe InnoLab, in welcher Anwender aus den Kommunen vertreten sind, sind die ersten Praxistests gestartet.
Das Ziel steht fest: Bis zum Herbst 2026 soll eine fundierte Wirtschaftlichkeits- und Aufwandsschätzung vorbereitet sein. Sie wird die transparente Entscheidungsgrundlage für die Gremien des KRZN sein, um NOVA aus dem InnoLab in ein dauerhaftes, produktives Projekt für die über 16.000 Arbeitsplätze am Niederrhein überführen zu können. Damit wird NOVA ein zentraler, praktischer Baustein des umfassenden Souveränitätskonzepts des KRZN, welches derzeit gemeinsam mit dem Souveränitätsexperten Ilja Doert erarbeitet wird.
Wir vom KRZN freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit Partnern und Kommunen weiterzugehen – für eine selbstbestimmte, innovative und zukunftssichere Verwaltung.
Wenn Sie mehr über die Ziele von NOVA und dessen Funktionsumfang erfahren möchten, sollten Sie sich den Vortrag von mir beim Univention Summit 2026 anschauen:
Nova – Der Open-Source-Verwaltungsarbeitsplatz
Wie stehen Sie zum Thema Open Source in der Verwaltung? Haben Sie Fragen zu dem Projekt NOVA? Schreiben Sie uns gerne in den Kommentaren oder wenden sich an das KRZN-InnoLab ernst.mayer@krzn.de.

