Gymnasium Kusel

Anwender

Gymnasium Kusel, ab 1.8.2015 Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel; 930 Schüler, 70 Lehrer, IT-Umgebung mit zwei Servern und rund 300 Arbeitsplatzrechnern

Anforderungen

  • Ablösung einer Windows-Umgebung mit einer überalterten Lösung, deren Update nur Windows-Clients erlaubt hätte.
  • Ersatz durch ein Open Source-System für die Schulverwaltung und den IT-gestützten Unterricht, das keine Herstellerorientierung der Schüler mit sich bringt.

Lösung

Univention Corporate Server (UCS), UCS@school, Univention Corporate Client (UCC)

Fazit

„Unser Anspruch heißt: Bildung muss frei sein. Mit Univention und Open Source-Software werden wir dem gerecht.“
Marco Schneider, Mathematik- und Informatiklehrer sowie IT-Administrator am Gymnasium Kusel

Unzufrieden mit der überalterten, pädagogischen Windows-Anwendung „Modulares Netz für Schulen, Rheinland-Pfalz“ (MNS+ RLP) stellte das Gymnasium Kusel die gesamte, im Unterricht und in der Schulverwaltung eingesetzte Softwarelandschaft infrage. „Für uns war es immer ganz wichtig, dass Bildung frei sein muss und nicht herstellerbezogen sein darf. Das heißt auch, dass freie Lösungen da sein müssen. Wir wollen weg vom Windows-Weg.“ So erklärt Marco Schneider, Mathematik- und Informatiklehrer am Gymnasium Kusel in Rheinland-Pfalz, die grundsätzliche Position.

Linux- und Open Source-Lösungen stellen Freiheit in der Bildung sicher

Die pädagogische Maxime verfolgt das Gymnasium Kusel konsequent, wie Schneider, der auch Mitglied der achtköpfigen Schulleitung ist, erläutert: „Linux-Server sind ja allgemein üblich. Wir aber wollen einen Schritt weiter gehen und auch Linux-Clients mit Open Source-Anwendungen haben.“ Auf einen Schlag war das allerdings nicht zu machen. Die finanziellen Ressourcen sind begrenzt. Die zeitlichen Möglichkeiten für IT-Maßnahmen beschränken sich auf die Ferien, um den Unterricht nicht auszusetzen.

Doch der Anfang, von einer zuvor ausschließlich Windows-geprägten IT-Umgebung wegzukommen, ist gemacht. In den Sommerferien 2013 richtete Schneider mit seinem Kollegen Niko Markus und mit Hilfe des Saarbrücker IT-Hauses IKU zwei Server mit der Infrastrukturlösung Univention Corporate Server (UCS) und UCS@school ein. Dies ist ein Softwarepaket für die Schulverwaltung und für die Nutzung von IT im Unterricht. Es bietet dabei die Möglichkeit, auf Client-Seite, also bei den Geräten für Schüler und Lehrer, auch Windows-Systeme zu benutzen.

Computerarbeitsplätze der Schüler auf Univention Corporate Client umgestellt

Letzteres war am Gymnasium Kusel auch unvermeidlich. Nach der Einrichtung der Server stellten Schneider und Markus schrittweise die Schülerarbeitsplätze auf Univention Corporate Client (UCC) um. Inzwischen sind es rund 150 PCs und Laptops, die auf Linux laufen. Das sind 50 Prozent der insgesamt bei Schüler- und Lehrerarbeitsplätzen eingesetzten Clients.

Die Umstellung umfasste nicht nur das Betriebssystem, sondern generell auf sämtlichen Clients auch die Anwendungssoftware. Hier kommen als Anwendungen jetzt bekannte Open Source-Lösungen wie der Browser Firefox oder das Büropaket LibreOffice zum Einsatz. Auch das ist Teil des pädagogischen Auftrags, keine Schüler zu benachteiligen.

„Wir haben an der Schule Kinder aus Migranten und einkommensschwachen Familien. Wir können von denen nicht verlangen, dass sie für die Arbeit daheim noch irgendwelche Software kaufen“, erläutert Schneider. „Daher ist es uns wichtig, schon im Unterricht freie Software einzusetzen.“

Funktionen und leichte Bedienbarkeit entscheidend für den Erfolg der Schullösung

Das Projekt ist angekommen. „Firefox kennen ohnehin viele Schüler, LibreOffice ähnelt MS Office und etwas Neues ist für sie immer interessant“, sagt Schneider. Die Eltern vertrauen der Schule. Die Schulleitung und das Kollegium stehen geschlossen hinter dem Projekt, auch wenn gelegentlich Klagen kommen, weil dies oder jenes anders funktioniert als auf den Rechnern daheim.

Entscheidend für den Erfolg des Projektes sind jedoch andere Faktoren. Die Schullösung von Univention hat die Funktionalitäten, die eine Schule braucht. Sie erfordert auf den Linux-Clients wenig Aufwand, während die Windows-Clients mit Updates und Sicherheitsmaßnahmen sehr beanspruchend sind. Die Anwendung von UCS@school ist für die Lehrer im Unterricht kinderleicht und die Administration der Server ist für die Lehrer Schneider und Markus ebenfalls einfach. Hier kommt die webbasierende Benutzerführung und das paketorientierte Softwarekonzept mit automatischen Updates vom Server bis zu den Clients zur Wirkung.

Ausblick: Umstellung der restlichen XP-Clients auf UCC und Aufbau einer privaten Schul-Cloud am Gymnasium Kusel

Die neue Open Source-basierte IT-Orientierung des Gymnasiums Kusel wird in Kürze weiter ausgebaut. Nachdem Microsoft den Support für XP eingestellt hat, müssen auch die restlichen Clients zügig von diesem System auf UCC umgestellt werden. Die Schule würde gern eine Private Cloud aufbauen, damit Schüler auch daheim auf Dokumente aus dem Unterricht zugreifen und umgekehrt eigene in die Schul-Cloud stellen können. Erste Versuche mit ownCloud hat es bereits gegeben. Auch gibt es Überlegungen, eine Groupware einzusetzen. Lehrer und IT-Administrator Schneider resümiert: „Unser Anspruch heißt: Bildung muss frei sein. Mit Univention und Open Source-Software werden wir dem gerecht.“