Das Ministerium für Kultus Baden-Württemberg stellt allen öffentlichen Schulen in seinem Geschäftsbereich mit SCHULE@BW eine modulare digitale Bildungsplattform bereit. Der Digitale Arbeitsplatz für Lehrkräfte (DAP) ist eine zentrale Komponente dieses Angebots. Er ist eine digital-souveräne Alternative zu proprietären Office-Lösungen und bietet Lehrkräften wichtige Funktionen eines Webarbeitsplatzes. Die Univention Identity & Access Lösung Nubus sorgt im DAP dafür, dass Nutzer und Nutzerinnen mit nur einer Anmeldung auf die integrierten Anwendungen Zugriff haben.
Anwender
- Ministerium für Kultus Baden-Württemberg
- Über 2.800 Schulen
- 830.000 provisionierte Nutzer*innen, davon 100.000 in der Rolle Lehrkräfte
- An über 80.000 Lehrkräfte ist der Digitale Arbeitsplatz (DAP) ausgerollt. (Stand Juli 2026)
Anforderungen
- Modulare, browserbasierte Arbeitsumgebung für Lehrkräfte, unabhängig von Endgerät und Betriebssystem
- Individuelle Anpassbarkeit an künftige Anforderungen ohne Vendor-Lock-in
- Zentrales Identity & Access Management und Single Sign-on für alle angebundenen Anwendungen
- Anbindung an das bestehende landeseigene IdAM über eine SCIM-Schnittstelle
- DSGVO-Konformität und technologische Souveränität
- Skalierbarkeit bis auf Landesebene
Lösung
- openDesk als digitaler Arbeitsplatz
- Nubus als zentrales Identity & Access Management des DAP
- Single Sign-on via OpenID Connect
- SCIM-Schnittstelle zur Anbindung an das landeseigene IdAM mit CDRUD Prozessen
- UDM REST API und UDM Hooks zur Provisionierungslogik
- UCS Intercom Service als Vermittler zwischen den Anwendungen
- Integration von Open-Xchange für E-Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben
- Integration von Nextcloud und Collabora für Datenspeicher und Office
Ausgangslage
2019 setzte das Ministerium für Kultus das Projekt Digitale Bildungsplattform neu auf. Die Leitlinien waren klar: modular, zentral bereitgestellt, technologisch souverän und endgeräteübergreifend mit dem Ziel der Entlastung von Schulen. Den ersten konkreten Schritt hat das Land dann 2020/2021 gemacht: Mit Threema Work Education bekamen Lehrkräfte eine DSGVO-konforme Chat-App. Ein Messenger allein ist aber keine vollständige vernetzte Arbeitsumgebung. Es braucht E-Mail, Datenspeicher, Office, Kalender und ein zentrales System, das alle Identitäten verwaltet und den Zugang zu allen Diensten regelt.
Baden-Württemberg hatte dabei einen Vorteil und eine Herausforderung zugleich: Im Land war bereits eine Schulverwaltungssoftware im Einsatz, in der die notwendigen Stammdaten der Nutzer*innen vorgehalten werden. Diese Daten sollten weiterhin die Grundlage für das Identity and Access Management bilden, das wiederum die digitalen Identitäten für SCHULE@BW und den DAP bereitstellen sollte.
Einführung und Rollout
Im November 2022 startete ein Pilotprojekt mit 550 Lehrkräften aus 38 Schulen, damals noch auf Basis der dPhoenixSuite von Dataport für den DAP. Die Lehrkräfte testeten, was sie täglich brauchen: E-Mails schreiben, Ordner und Dateien anlegen und freigeben, gemeinsam in Echtzeit an Dokumenten arbeiten. Die Rückmeldungen waren positiv, besonders der kollaborative Ansatz und die Verknüpfung der Komponenten überzeugten. Das Ministerium beschloss daher, das Projekt umzusetzen.
Der Rollout verlief schrittweise: erst Hunderten, dann Tausenden von Nutzer*innen wurde der DAP bereitgestellt, bis im Sommer 2025 rund 60.000 Lehrkräfte damit arbeiteten konnten. Da inzwischen das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) im Auftrag des Bundesinnenministeriums den Open-Source-Webarbeitsplatz openDesk entwickelt hatte, der in großen Teilen auf der technischen Basis von dPhoenixSuite aufsetzte, entschied man sich Synergien zu nutzen und die beiden Projekte zusammenzuführen. So wurde der DAP in den Sommerferien 2025 in einer erstaunlich kurzen Zeitspanne erfolgreich auf openDesk umgestellt. Das Feedback danach: Die Lehrkräfte bemerken kaum einen Unterschied.
So funktioniert der DAP
Um mit dem Digitalen Arbeitsplatz zu arbeiten, melden sich die Lehrkräfte mit Benutzernamen, Passwort und einem zweiten Faktor in SCHULE@BW und starten mit einem Klick auf die Kachel im Dashboard den DAP. Das Identity & Access Management Univention Nubus übernimmt dabei im Hintergrund die Authentifizierung der Benutzer und leitet sie per Single Sign-on direkt in den DAP weiter. Der DAP weiß dabei nicht nur, wer eingeloggt ist, sondern auch an welcher Schule die Lehrkraft unterrichtet und wer ihre Kolleginnen und Kollegen sind. Alle Anwendungen des DAP (E-Mail, Kalender, Nextcloud, Collabora usw.) sind über den UCS Intercom Service miteinander verbunden und laufen im Browser und engeräteübergreifend.
Mario Schmid hat den Digitalen Arbeitsplatz für Lehrkräfte auf dem Univention Summit 2026 vorgestellt. Den Vortrag gibt es hier auf YouTube zu sehen.
Fazit
Der Digitale Arbeitsplatz und SCHULE@BW sind digitale und technologische Souveränität im Produktivbetrieb.
Newsletter
Erhalten Sie alle News zu Univention und unseren IAM-Produkten per E-Mail.
Get started
Ihre direkte Anfrage an unser Team.
