Rafael Laguna, CEO Open-Xchange AGHeute wissen wir, dass der Schutz der Privatsphäre ein zentrales Grundrecht ist. Durch die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert haben wir wiederholt leidvoll erfahren müssen, dass ein Mangel an Datenschutz hilft, Diktaturen und autokratische Systeme aufzubauen und am Leben zu erhalten. Daher gibt es für uns keinen Zweifel: Ein Mensch, der überwacht wird, ist nicht mehr frei. Ebenso wie eine Gesellschaft, die überwacht wird, keine Demokratie mehr ist. Um unsere im Grundgesetz verankerten Rechte zu bewahren, müssen wir unsere Privatsphäre nicht nur im realen Leben, sondern vor allem in der digitalen Welt verteidigen. Dies wird auch in den USA so gesehen: 93% der amerikanischen Erwachsenen haben kürzlich in einer Umfrage des Pew Research angegeben, dass es wichtig sei, die Kontrolle darüber zu behalten, wer Zugriff auf ihre Informationen hat.

Verschlüsselung zum Schutz der Privatsphäre im Netz

Um unsere Privatsphäre in unserer digitalisierten Welt zu schützen, ist Verschlüsselung das Mittel der Wahl. Denn sie ist ohne Zweifel die wichtigste Datenschutztechnologie, die wir besitzen. Sie schützt unsere Daten sowohl auf unseren Computern und mobilen Geräten, als auch in Rechenzentren und beim Versand über das Internet. Verschlüsselung bewahrt unsere Gespräche, Videos, Bilder sowie unsere Ideen vor dem Zugriff von Kriminellen, Wettbewerbern und Regierungen.

Verschlüsselung funktioniert am besten, wenn sie überall verbreitet ist und automatisiert erfolgt. Die Nutzer sollten von all ihren Apps und Applikationen erwarten, dass sie verschlüsselt kommunizieren und speichern. Verschlüsselung sollte kein Feature sein, das man erst aktivieren muss, weil man der Ansicht ist, man macht etwas, das Schutz benötigt.

Zwar gibt es ein steigendes Bewusstsein bei den Nutzern, dass Verschlüsselung extrem wichtig ist, aber nur sehr wenige Leute benutzen sie aufgrund ihrer Komplexität regelmäßig. Obwohl es PGP (Pretty Good Privacy) schon lange gibt, hat diese Technologie es aufgrund ihrer Einstiegshürden nie geschafft, von der Mehrheit der Internetnutzer angewendet zu werden.

Verschlüsselungstechnologien erreichen den Massenmarkt

Dies ändert sich jedoch gerade! Denn nach der durch die Snowden-Veröffentlichungen ausgelöste Debatte haben sich Entwickler entschlossen, Verschlüsselung endlich für den Mainstream-Markt nutzbar zu machen. Entsprechend sehen wir jetzt erste Lösungen, die E-Mail- und Datei-Verschlüsselung einfach und damit für ein großes Publikum attraktiv machen.

Dies ist meiner Meinung nach eine Riesenchance für Service Provider, deren Geschäftsmodell nicht auf den Verkauf der Daten und Profile ihrer Nutzer beruht. Ich erwarte, dass der Schutz der Privatsphäre in naher Zukunft ein wesentliches Entscheidungskriterium für Internetdienste werden wird. Und selbst wenn Anwender nicht bereit sein sollten, für Verschlüsselung extra zu bezahlen: Dienstleister, die eine durchgängige und einfach zu nutzende Verschlüsselung anbieten, werden einen klaren Wettbewerbsvorteil haben.

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Rafael Laguna

CEO Open-Xchange AG

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Kommentare

  1. Wer dem User die „Last“ der E-Mail-Verschlüsselung abnehmen und eine zentrale Verschlüsselungslösung einsetzen möchte, sollte sich die Open Source Software CipherMail anschauen. Als Gateway-Lösung lässt es sich problemlos vor jedem SMTP-Server einsetzen.

  2. Und hier die Dokumentation, wie man Ciphermail auf dem Univention Corporate Server direkt installieren kann:

    https://www.ciphermail.info/pdf/Ciphermail_auf_UCS.pdf

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