Das zweite Point Release ist da: Neben Bugfixes und Korrekturen haben wir einige neue Features implementiert und zahlreiche Apps verbessert.

Finale Version der UDM REST API

Als wir im Juni das erste Point Release UCS 4.4-1 veröffentlicht haben, war unsere REST API für den Univention Directory Manager noch im Betastadium – jetzt ist die Schnittstelle für den Zugriff auf die Verzeichnisdienst-Inhalte fertig. Die API verbindet Anwendungen mit dem UCS-Verzeichnisdienst; der Zugriff erfolgt über einen Webservice per HTTPS, und die Daten werden im JSON-Format ausgetauscht. Von der Funktion her bietet die REST API dabei den gleichen Umfang wie das Kommandozeilentool udm.
Die API soll beispielsweise die Pflege von Benutzereigenschaften oder von Rechnerobjekten aus angebundenen Systemen heraus erleichtern. Entwickler von Anwendungen, die wir im Univention App Center anbieten, profitieren ebenfalls vom neuen, standardisierten Zugriff, denn sie sind nicht länger von der UDM-Python-Schnittstelle abhängig. Die REST API des Univention Directory Managers ist bei UCS 4.4-2 in der Voreinstellung auf allen DC-Master- und DC-Backup-Instanzen aktiviert.

Lizenzgenerierung und neue UVMM-Features

Während der initialen Einrichtung von UCS gibt es immer mal wieder Setups, in denen das automatische Generieren und Versenden unserer Lizenz fehlschlägt. Bisher waren die vom System verschickten Meldungen an die Entwickler nicht aussagekräftig genug, daher haben wir die Fehlerbehandlung optimiert. UCS 4.4-2 bietet den Anwendern einen verbesserten Dialog, sollte das Erzeugen der Lizenz nicht klappen, und den Entwicklern mehr Informationen, die beim Debuggen helfen.
Unseren UCS Virtual Machine Manager haben wir ebenfalls ausgebaut und ihm ein neues Drop-down-Menü spendiert, in dem Sie den emulierten CPU-Typ auswählen können. Bislang war dazu ein Ausflug auf die Kommandozeile erforderlich – jetzt suchen Sie den Prozessor der virtuellen Maschinen bequem im Menü aus. Außerdem enthält der Konfigurationsdialog jetzt eine Checkbox am unteren Rand, die den Autostart der Hosts aktiviert. Auf diese Weise können Sie virtuelle Maschinen automatisch starten, sobald das Gastsystem startet – egal, in welchem Zustand sie vorher waren.

Virtuelle Maschinen (UVMM) Drop-Down Menu UCS 4.4-2 zweites Point Release

Debian-Basis und Docker-Engine

Unser Univention Corporate Server basiert auf Debian GNU/Linux und verwendet nach Möglichkeit immer das aktuelle Debian-Release als Paketbasis. Nachdem das Debian-Team kurz nach der Veröffentlichung von 9.10 wegen eines kritischen Fehlers im Installer bereits das nächste Point Release 9.11 veröffentlicht hat, haben wir nachgezogen, damit UCS auf dem gleichen Stand ist. Nicht davon betroffen sind Security-Updates, die wir in gewohnter Qualität stets sofort nachrüsten.
Im neuen UCS-Release finden Sie ebenfalls eine aktuelle Docker-Engine, von der vor allem ISVs (Independent Software Vendors) profitieren. Hersteller von Apps können künftig komplexere Szenarien in ihren Docker-Compose-Dateien umsetzen, mehrere Container und deren Beziehung untereinander definieren. Die neue Engine erleichtert also maßgeblich das Setup von Multi-Container-Apps, die mehrere Docker-Container starten.

Aktualisierte und neue Apps: Office 365 Connector, UCS@school, Wekan, GitLab und mehr

Für unseren Microsoft Office 365 Connector, der Benutzern der UCS-Domäne einen Single Sign-on-Zugang zu Office 365 bietet, haben wir die Steuerung von Session-Timeouts angepasst. Einige Anwender mussten sich in der Vergangenheit mehrmals täglich bei den mobilen Apps anmelden; das ist nicht länger der Fall, sondern Administratoren können gezielt entscheiden, nach wie vielen Tagen oder Wochen Nutzer zur erneuten Eingabe des Passworts aufgefordert werden.

UCS@school hat nicht nur zahlreiche Updates erhalten, die die Stabilität und die Geschwindigkeit verbessern, das Modul Klassenarbeiten enthält ein neues Feature: Lehrende können ab sofort die Klassenarbeiten vorbereiten.

Das Angebot im Univention App Center ist wieder vielfältiger geworden. Dort finden Sie nun das Open-Source-Kanban-Board Wekan, die Helpdesk-Software Zammad, die Open-Source-Managementsoftware Odoo und die Enterprise-Variante der DevOps-Plattform GitLab.

Klassenarbeiten einfach vorbereiten und anlegen

Liste der Korrekturen: Highlights

Für UCS 4.4 gibt es bislang 287 Errata, die wir seit dem initialen Release veröffentlicht haben. Die vollständige Liste finden Sie online – hier sind ein paar Highlights, die wir in Version 4.4-2 umgesetzt haben:

  • 191: Das PAM-Modul ist nun standardmäßig in systemd deaktiviert (Speicherprobleme).
  • 201: In der Management Console ist es nun möglich, Benutzer anhand der Gruppenmitgliedschaft zu suchen.
  • 205: Korrekturen bei Nagios- und Drucker-Objekten (Anlegen erfolgt wieder im richtigen Container), Verbesserungen beim Verschieben von Objekten
  • 207: Fix für Timeouts im UMC-Check
  • 216: Verbesserungen für die (De-)Aktivierung von Apps für mehrere Benutzer gleichzeitig (Multi-Edit-Modus in UMC)
  • 217: Auswahl der CPU per Menü im UVMM (siehe Abschnitt „Lizenzgenerierung und neue UVMM-Features“)
  • 218: neue Option für virtuelle Maschinen in der UMC, die jetzt automatisch beim Start des Virtualisierungs-Hosts gestartet werden können
  • 219: Neustart, Start und Stopp einiger Dienste im UMC-Modul Dienste korrigiert
  • 231: Verbesserter Umgang mit Neustarts des LDAP-Verzeichnisdienstes
  • 232: Umstellung des Pakets univention-samba von python-support auf dh-python2
  • 233: Netzwerk von Multi-Container-Apps ist jetzt konfigurierbar (bei Neuinstallationen)
  • 237: Verbesserte Performance bei der RADIUS-Authentifikation und besseres Fehlerhandling bei der RADIUS-App
  • 238: Erweiterung des UDM-Moduls zur Benutzerverwaltung (z. B. Ergänzung weiterer Kontaktinformationen)
  • 239: zahlreiche Verbesserungen am S4-Connector, unter anderem Synchronisation neuer Attribute zum Abgleich der POSIX-Eigenschaften, Verbesserung der Skripte zur Behandlung von Rejects und mehr Möglichkeiten, eigene Erweiterungen der Mapping-Konfiguration für den Abgleich zwischen OpenLDAP und Samba 4 zu hinterlegen
  • 249: Die Anzahl der offenen Sockets für den Nameserver BIND ist jetzt per UCR-Variable konfigurierbar und kann in Umgebungen mit vielen DNS-Anfragen erhöht werden.
  • 251: neues Plug-in, um univentionServerRole-Attribut von Windows-Computerobjekten zu testen

Eine vollständige Liste der Änderungen zu UCS 4.4-2 sind in unseren Release Notes zu finden.

Wie Sie sehen, verbessern wir unsere Produkte fortwährend. Wenn Sie Wünsche und Verbesserungsvorschläge für UCS haben, freuen wir uns wie immer über Feedback – hier im Blog oder auf help.univention.de.

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Ingo Steuwer beschäftigt sich seit 1999 mit Linux und ist seit 2004 bei Univention. Als Head of Product Management liegt sein Fokus auf der Weiterentwicklung von UCS.

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