UCS 5.0 Beta Release

Das letzte Major Release von UCS ist 2016 mit der Veröffentlichung von UCS 4.0 erschienen. Mit UCS 5 haben wir uns nun eine weitreichende Aktualisierung der technischen Basis und des Designs von UCS vorgenommen. Die jetzt veröffentlichte erste Beta-Version von UCS 5.0 gibt auf diese Aktualisierungen einen ersten Ausblick und lädt Tester und Testerinnen zum Ausprobieren ein. Gleichzeitig bietet sie App-Herstellern eine Möglichkeit für die Portierungen eigener Applikationen und Anpassungen ihrer Apps. Die Beta-Version gibt einen Einblick in das neue Layout und bringt auch schon einige der geplanten Funktionen mit, ist aber nicht für den produktiven Einsatz gedacht.

Zielsetzung von UCS 5.0 Beta

Mit dem Beta Release möchten wir zum Testen einladen und erhoffen uns Feedback und Hinweise zu den neuen Funktionen, die in der Beta-Version bereits umgesetzt sind. Wichtig ist dies vor allem für unsere Partner im Univention App Center, die auf Basis der Beta-Version mit Tests und Integration ihrer eigenen Apps starten können. Aber auch alle interessierten Nutzer und Nutzerinnen von UCS sind herzlich eingeladen, sich den aktuellen Stand anzusehen und uns ihre Eindrücke zu schildern. Daher haben wir für die Beta-Version den Fokus auf die Verfügbarkeit von Kernfunktionen gelegt – so haben wir beispielsweise eine aktuelle Samba 4 -Version integriert und stellen die Funktionen eines Active Directory-kompatiblen Domain Controllers bereit.

Nicht geeignet ist das Release für die produktive Nutzung. Nicht nur, weil es noch unvollständig ist und die meisten Apps noch fehlen, sondern weil die Beta-Version auch eine Reihe uns bekannter Fehler hat und sicherlich auch noch einige unbekannte. Außerdem werden wir kein Update auf die spätere stabile Version von UCS 5.0 unterstützen.


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UCS 5.0-Beta testen


Vorschau auf das neue Design

Die offensichtlichste Änderung ist das modernisierte Design von UCS 5, das schon im Verlauf des Installationsprozesses zu sehen ist. UCS wird in der Standardkonfiguration optisch dunkler und, wie wir finden, eleganter und aufgeräumter. Wir haben viele Bereiche optisch reduziert und beispielsweise für die „Kacheln“ im Portal einfachere Formen mit einer klareren Farbsprache definiert.

Screenshot zeigt den Login der UCS 5.0 Beta-Version

Einfache Formen und klare Farbsprache: der UCS-Login im neuen Gewand

 

So offensichtlich die Änderungen in der Beta sind, so deutlich wird aber auch gerade in diesem Bereich der Status einer „unfertigen“ Beta-Version sichtbar: Denn am Look & Feel von UCS 5 finden gerade viele Arbeiten statt. Die Oberflächen sind an vielen Stellen noch unvollständig oder nutzen in Teilen noch Visualisierungen aus UCS 4, die noch verschwinden werden. In diesem Bereich wird sich in den Wochen nach dem Beta Release noch viel bewegen. Diese Veränderungen können Sie mit der Beta verfolgen, da wir die Arbeitsergebnisse laufend veröffentlichen werden und die Beta sich grundsätzlich aktualisieren lassen wird.

Mit der Umstellung auf das neue Design haben wir auch eine zentrale „Theming“-Möglichkeit für alle von Univention bereitgestellten Webinterfaces eingeführt. Damit können Sie über eine CSS-Definition beispielsweise Farben und Schriften des Portals, der Univention Management Console, des User Self Service sowie des Single Sign-on Logins an SAML und OpenID Connect definieren. Auf dieser Grundlage wollen wir zum Release auch die Möglichkeit anbieten, auf ein „helles“ Design unserer Webinterfaces umzuschalten.

An der Basis: Debian, Installation und Repositories

UCS 5.0 und damit auch das Beta Release basiert auf dem aktuellen Debian Stable „Buster“. Mit dem Update übernehmen wir alle Paketupdates sowie die Verbesserungen im Installationsprozess von Debian. Auch die angekündigte Umbenennung der Systemrollen ist umgesetzt.

Screenshot des System-Setups in UCS 5.0 Beta

Setup-Optionen in der Übersicht

 

Daran anknüpfend haben wir in zwei Bereichen an der Basis von UCS wichtige Änderungen vorgenommen. Zum einen geht es dabei um die Struktur der Paket-Repositories, also der Quelle für alle Software-Pakete auf unseren Servern. Diese waren bisher hierarchisch aufeinander aufbauend nach UCS Releases organisiert – also jeweils ein Repository je Patchlevel-Release. Das erlaubte zwar eine klare Trennung von Paketen im Release-Prozess, hat aber inzwischen zu einer stark gewachsenen Anzahl von Repositories geführt. UCS 4.4 hat alle Quellen früherer UCS 4.x Releases mit eingebunden, weil die Repositories aufeinander aufbauen. Da die Releases parallel gepflegt werden, liegen Pakete teilweise in gleichen, teilweise in verschiedenen Versionen in den Repositories. Diese Strukturen werden wir deutlich vereinfachen, indem wir alle verfügbaren Pakete in einem Repository ablegen und je Release eine Paketliste („packages“ Dateien) pflegen. Das beschleunigt das App Center und Paketinstallationen, spart Platz auf unseren Servern und den Mirror-Servern in UCS-Umgebungen und vereinfacht unsere Release-Abläufe.

Screenshot der abgeschlossene UCS-Installation

Erfolgreicher Abschluss der UCS 5.0 Beta-Installation

 

Eine andere Änderung haben wir im Installationsprozess vorgenommen: Nachdem die Grundinstallation vom DVD-Image über den „Debian Installer“ erfolgt ist, fordert das System jetzt zu einem Neustart auf. UCS 4.4 setzte an dieser Stelle direkt mit der Abfrage Univention-spezifischer Parameter wie der Systemrolle fort. Während diese Änderung für Anwender kaum als Unterschied wahrgenommen werden sollte, ist es für die Entwickler von UCS und Apps für UCS entscheidend: Direkt nach der Grundinstallation befindet sich das System noch in der Laufzeitumgebung des Debian-Installers. Hier gibt es deutlich andere Möglichkeiten als nach dem Neustart. Unter UCS 4.4 gab es noch zwei unterschiedliche Varianten – ohne Neustart bei Installation vom ISO und mit Neustart bei Installation als virtuelle Maschine bzw. App Appliance. Wir vereinheitlichen damit die Installation, können auf viele Sonderbehandlungen verzichten und Nutzer und Nutzerinnen von UCS können zukünftig deutlich mehr Anwendungen direkt während der Ersteinrichtung auswählen und installieren.

Python 3 als neuer Default

Ein wichtiges Entwicklungsziel von UCS 5.0 war die Migration der von Univention entwickelten Softwarebestandteile von Python 2 auf Python 3. Die Umstellung war in einigen Bereichen durch eine andere Behandlung der im Verzeichnisdienst genutzten Strings recht aufwändig. Außerdem mussten wir auch für Mischumgebungen aus UCS 4 und UCS 5 berücksichtigen, dass es in ihnen möglich sein muss, auf Python basierende Erweiterungen wie z. B. „Hooks“ an Extended Attributes des Univention Directory Managers für beide Python-Versionen auszurollen.

Im Beta Release ist die Migration auf Python 3 unter anderem für die Bereiche Univention Directory Manager (UDM), Univention Configuration Registry (UCR), Admin Diary, Plugins des Univention Directory Listeners, Samba 4 mit dem S4 Connector und Teile der Univention Management Console (UMC) umgesetzt. Auf dem Weg dahin wurden viele Tools und Bibliotheken ebenfalls migriert. Damit sind die Schnittstellen für Integration in UCS auf Python 3 umgestellt und App-Entwickler können bei Bedarf ihre Implementierungen für UCS 5.0 vorbereiten.

Ansicht des Univention Directory Managers in UCS 5.0 Beta

Auch für den Univention Directory Manager ist die Migration auf Python 3 erfolgt.

 

Grundsätzlich werden wir Python 2 als Laufzeitumgebung unter UCS 5.0 noch unterstützen. Auch einige unserer Implementierungen werden zum Release von UCS 5.0 Python 2 noch als Standard nutzen. Alle Schnittstellen zu UDM oder im Listener werden jedoch Python 3 voraussetzen und müssen daher für ein Update auf UCS 5.0 mit Python 3 getestet und ggf. angepasst werden. Mit UCS 5.1 werden wir dann grundsätzlich keine weitere Unterstützung für Python 2 in UCS anbieten.

Auf dem Weg zum Finale

Bis zum finalen Release haben wir uns noch ein paar Dinge vorgenommen, die in der Beta noch unvollständig oder gar nicht enthalten sind. Dazu gehört die schon im Artikel zu den Abkündigungen beschriebene Umstellung des Monitorings von Nagios auf Prometheus-Alerts. Diese ist in der Beta Version noch nicht enthalten.

Ebenfalls fehlen bisher wichtige Apps wie die Konnektoren zu Microsoft 365, G-Suite und Active Directory sowie die darauf aufbauenden Möglichkeiten zur Mitgliedschaft von UCS in Active Directory Domänen. Für das Release der Produktiv-Version im Frühjahr planen wir, möglichst viele Apps unserer Partner bereitstellen zu können, aber auch eigene Erweiterungen wie UCS@school integriert zu haben.

Freuen würde ich mich über Ihre ersten Eindrücke zum kommenden UCS 5 – hier im Blog als Kommentar, auf help.univention.com oder über feedback@univention.de. Zunächst aber möchte ich Sie abermals herzlich dazu einladen, die Beta-Version von UCS 5.0 herunterzuladen und ausgiebig zu testen.

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Ingo Steuwer beschäftigt sich seit 1999 mit Linux und ist seit 2004 bei Univention. Als Head of Product Management liegt sein Fokus auf der Weiterentwicklung von UCS.

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Kommentare

  1. Grundsätzlich begrüße ich das neue Design und bevorzuge schon seit langer Zeit die dunkle Variante, sei es im Betriebssystem selbst oder bei anderer Software. Ich finde aber ihr solltet auf jeden Fall mit der Zeit gehen und das Design anhand der Präferenz des Nutzers automatisch auf hell oder dunkel stellen. Das ist problemlos möglich und es sollten schon beide Varianten angeboten werden, der Standard kann ja (und sollte gerne) dunkel sein.

    Ich freue mich schon auf UCS 5, auch wenn ich es bisher nur Privat und im Testbetrieb einsetze. Vor allem mit dem Portal geht ihr meiner Meinung nach genau in die richtige Richtung. Ihr macht tolle Arbeit, weiter so!

  2. Moin Ingo,
    Ausgehend von dem Ausblick auf ucs 5.0 finde ich besonders den Punkt nagios spannend. Wird hier nur der nagios Server aufgegeben oder verschwinden damit auch die ganzen nrpe plugins? Sprich, wenn ein externes nagios verwendet wird um ebenfalls ucs Systeme zu Monitoren, müssen hier dann eigene nrpe plugins bereit gestellt werden bzw die alten vorher gut gesichert werden? Ansonsten finde ich die weiteren genannten Änderungen und Anpassungen sehr gut und freue mich darauf.

    Viele Grüße
    Michael

  3. Hallo Michael,
    wir werden in UCS 5.0 die Funktion des Nagios Servers durch Alerts in Prometheus und Visualisierung in Grafana ersetzen. Bei den NRPE-Plugins werden wir Einzelentscheidungen treffen – wo möglich wollen wir sie erhalten und auch im Hintergrund für den prometheus-alert-manager nutzen – wie das je Plugin aussehen wird dokumentieren wir mit Veröffentlichung des neuen Monitorings.

    Viele Grüße
    Ingo

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