Leuchtturm am Strand

Am 10. Juni fand in Berlin die Veranstaltung “Digitaler Wandel in der Bildung: Perspektiven für Deutschland” statt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz (KMK) veranstaltet wurde. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Dr. Claudia Bogedan, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, präsentierten in Berlin aktuelle Ideen, wie Bildung in der digitalen Welt aussehen kann. Im Anschluss wurden diese Ideen in vier unterschiedlichen Foren aufgegriffen und diskutiert.

In seiner Keynote stellte Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse, Direktor des Leibniz-Instituts für Wissensmedien und Leiter der Arbeitsgruppe Wissensaustausch fest, dass die Potenziale, die digitale Medien bieten, bisher im Bildungsbereich nicht ausgeschöpft werden. Besonders wichtig sei das “Zusammenspiel von Arbeitsgedächtnis und digitalen Ressourcen”. Die digitalen Ressourcen seien zwar verfügbar, aber sie müssten ebenfalls einfach zugänglich sein, um wirklich einen Nutzen daraus für den Lernprozess zu ziehen.

Bildungsministerin Johanna Wanka verwies in ihrer Ansprache darauf, dass es bereits Leuchturmprojekte gäbe, die zeigten, wie Bildung in der digitalen Welt aussehen könne. Jedoch fehlte momentan eine Strategie, die die Erfahrungen und Ergebnisse für den flächendeckenden Einsatz nutzbar mache. Wanka berichtete, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu gerade “strategische Leitlinien” vorbereite. In diesem Zusammenhang kündigte sie auch den Aufbau einer deutschlandweiten Bildungscloud an. Dort sollen pädagogisch sehr gute, aber auch „sehr teure Lernanwendungen“ für sämtliche Schulen bundesweit bereitgestellt werden, sagte Wanka. Dies benötige aber auch eine Entwicklung der “Organisation Schule”, die für diese Möglichkeiten vorbereitet werden und über die notwendige technische Ausstattung verfügen muss.

Bundesebene und Ländersache

Logo Kultusminister KonferenzClaudia Bogedan griff diese Forderung auf und stellte die 6 Handlungsfelder des Strategiepapiers der Kultusministerkonferenz vor. Diese reichen von den Curricula über Weiterbildung, Ausstattung, Medien und Schulverwaltung bis zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei betonte Claudia Bogedan, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein könne, sondern umfangreich und angemessen in den gesamten Bildungsprozess integriert werden müsste.  Wie Bildung in der digitalen Welt aussehen kann, zeigte Claudia Bogedan in einem Video zur Lernplattform itslearning. Die Digitalisierung ermöglicht es, neue Förderpotenziale in heterogenen Lerngruppen zu nutzen, sagte Bogedan.

Dirk Loßack, Staatssekretär für Schule und Berufsbildung aus Schleswig-Holstein, sieht durchaus das Potenzial eines “Vermittlungsknotens” in Form eines zentralen Identitäts- und Berechtigungsmanagementsystems, durch das beispielsweise auch bayrischen Schülern der Zugang zur itslearning-Plattform aus Bremen ermöglicht werden soll.

Leuchttürme in der Praxis

Im Forum 3, “Digitale Innovationen in der Bildung – von guten Beispielen zur breiten Anwendung”, stellten Prof. Dr. Muriel Helbig, Präsidentin FH Lübeck, und Dietmar Kück, Leiter der Projektgruppe Medienklassen an der Hamburger Stadtteilschule Oldenfelde, ihre Erfahrungen, Bildung in die digitale Welt zu bringen, vor. Aus der Diskussion im Forum kristallisierte sich heraus, dass Vernetzung zwischen den Akteuren sehr wichtig sei, um Kosten zu senken und die gesteckten Ziele erreichen zu können.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden unterschiedlichste Ideen diskutiert. Das Spektrum reichte von einer sofort zu gründenden Projektgruppe, die Digitalisierung den Schulen schmackhaft machen soll, bis zu “IT-Meistern”, die analog zu Hausmeistern sich in jeder Schule um die dortige IT kümmern sollten. Einig waren sich die Teilnehmer aber darin, dass von erfolgreichen Lösungen im In- und Ausland gelernt werden sollte.

Mein Fazit

Schüler und Lehrerin lernen mithilfe von TabletsDer Impuls zur Integration der digitalen Welt in die Bildung ist meiner Ansicht nach dringend notwendig. Bereits stünden in den Schulen durch die privaten Smartphones und Tablets der Schüler und Lehrer ausreichend digitale Ressourcen zur Verfügung, jedoch bleiben diese Geräte mangels passender Bildungspläne und digitaler Angebote meist im Ranzen.

Bremen ist hier mit der landesweiten Einführung einer Online-Lernplattform einer der Vorreiter des angestrebten digitalen Wandels. Der Blick hinter die Kulissen zeigt aber, dass Bremen gerade nicht den Weg gegangen ist, den Schulen die Aufgabe zu übertragen, sich in die digitale Welt zu integrieren oder lokale “IT-Meister” einzustellen. Stattdessen wird den Schulen vom Land bzw. der Stadt Bremen ein Basis-IT-Angebot mit einer zentralen Identitätsverwaltung für Lehrkräfte und Schüler zur Verfügung gestellt. Diese stellt die Basis dar, an die weitere digitale Angebote einfach angebunden und sämtlichen Schulen verfügbar gemacht werden können. Ein sehr gelungenes Beispiel stellt hier die Anbindung der Lernplattform itslearning dar.

Dass der dringende Bedarf einer ausgereiften zentralen Identitätsverwaltung besonders an schulischen Einrichtungen besteht, lässt sich an zahlreichen weiteren Beispielen aufzeigen. So wäre es nur mit extrem großem Aufwand zu bewältigen, Schülern und Lehrern für jede einzelne Anwendung ein eigenes Login bereitzustellen. Auch eine dezentrale Lösung wie die Stelle eines “IT-Meisters” für jede einzelne Schule , der analog zum Hausmeister die IT-Infrastruktur betreut, würde zu vielen, individuellen, mit viel personellem Aufwand betreuten Einzellösungen führen. Mit der zentralen Identitätsverwaltung von UCS@school können stattdessen zentrale Stellen, wie beispielsweise die Schulträger, die Betreuung der IT an einer Stelle konzentrieren und einheitliche und optimierte Angebote für mehrere Schulen gleichzeitig zentral zur Verfügung stellen.

Eine solche Lösung adressiert auch die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Bogedan: Schülern sollte das komplette Lernangebot jederzeit zur Verfügung stehen. Und sie sollten auch von ihren eigenen Geräten aus darauf zugreifen können, egal ob sich die Lernsoftware in einer Bildungscloud oder im Rechenzentrum des Schulträgers befindet. Denn zum digitalen Wandel im Bildungswesen gehört auch die zunehmende Zeit- und Ortsunabhängigkeit der Lernenden und Lehrenden.

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Jan Christoph arbeitet seit Juli 2008 bei Univention. Nachdem er zunächst als Softwareentwickler tätig war, ist er seit 2009 Teil des Professional Services Teams. Hier ist er sowohl in größeren als auch kleineren UCS Projekten involviert, sowie in Trainings und im Wissenstransfer. Seine persönlichen Interessen liegen im Bereich des Projektmanagements nach Scrum, Versionierungskontroll-Systemen, dem vim Texteditor und der Integration von Open Source Softwarekomponenten in Systemen. Derzeit ist Jan Christoph als Product Manager Education für UCS@school tätig.

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