Männerkopf mit Binärcode

Sie suchen nach wertvollen Tipps, wie Sie Ihre Netzwerk-Performance und Datenverfügbarkeit bei der Nutzung von Windows-Clients in Verbindung mit UCS steigern können?

Als Administrator beschäftigen Sie sich beim Thema Benutzerdaten vermutlich häufig mit Fragen wie Backups, Datenschutz und Datenverfügbarkeit. Egal ob Ihre Benutzer sich an mehreren lokalen Rechnern eines Netzwerks anmelden oder auch außerhalb des Unternehmensnetzes arbeiten. Um Performance und Datenverfügbarkeit zu verbessern bietet UCS die Funktionen Roaming-Profile und Ordnerumleitung, die im Falle der Nutzung von Windows-Clients effektiv eingesetzt werden können. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Tipps geben, wie Sie diese Funktionen in UCS sinnvoll konfigurieren und einsetzen und ich gebe Ihnen einen detaillierten Einblick in die Funktionsweise dieser Features.

Was sind Roaming-Profile?

Zunächst schauen wir uns an, was Profile im Allgemeinen und Roaming-Profile im Besonderen sind.

Ihr Windows-Profil

Jedes Mal, wenn Sie sich in Ihr Windows-Konto einloggen, können Sie darauf vertrauen, dass sich Ihre Desktop Icons seit Ihrem letzten Logout immer noch an derselben Stelle befinden und auch Ihr Hintergrundbild noch das alte ist. Diese Einstellungen sind der Kern Ihres Windows-Profils. Technisch gesehen stecken hinter diesen Einstellungen versteckte Dateien und Ordner, die sich tief in Ihrem Home-Verzeichnis befinden, nämlich dem App-Dateiordner.



Roaming-Profile

Nur bei der Verwendung von Roaming-Profilen können Sie ein Benutzerprofil zwischen einem Client und dem Server synchronisieren.

Wenn sie Roaming-Profile aktivieren, synchronisieren Sie damit nicht nur Ihre Standard-Icons und Hintergrundbilder, wie oben beschrieben, sondern auch die sichtbaren Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis, wie z. B. die Ordner Downloads oder Dokumente.

Obwohl diese Funktion in kleinen Umgebungen oft als sehr praktisch angesehen wird, ist sie in der Tat eher ein Zugeständnis an die Hersteller von Windows-Software, die den Windows-9x-basierten Ansatz verfolgen und derartige Einstellungen im Dokumentenordner speichern anstatt in den eigentlich dafür vorgesehenen Ordnern.

Der Nachteil dieses Vorgehens ist, dass das Profil per Definition immer vor der An- oder Abmeldung eines Benutzers vollständig kopiert werden muss. Haben Sie also vor, große Dateien herunterzuladen oder an großen Dokumenten zu arbeiten, stellen Roaming-Profile Sie und Ihre Anwender während der An- und Abmeldung auf die Geduldsprobe.

Die Lösung für dieses Dilemma ist die Funktion „Ordnerumleitung“.

Ordnerumleitung

Die Ordnerumleitung bildet einen lokalen Ordner oder einen Laufwerksbuchstaben Ihres Computers in einer Netzwerkfreigabe ab. Dieses Mapping stellt sicher, dass der Client alle Daten auf dem Server speichert, wo sie für Backups zur Verfügung stehen und mit Kollegen geteilt werden können. Die Ordnerumleitung ist nicht auf Ihren privaten Ordner beschränkt, sondern Sie können sie auch für viele andere Ordner verwenden.

Es gibt zwei Varianten der Ordnerumleitung. Zum einen können Sie mit ihrer Hilfe ein Verzeichnis zwischen Server und Client synchronisieren. Zum anderen können Sie den Ordner anzeigen und die Daten nur auf dem Server behalten. In beiden Fällen bietet Ihnen die Ordnerumleitung einige Funktionen, die ideal für die Verwendung von Datenverzeichnissen wie z. B. die Dokumente eines Benutzers sind. Daten können im Hintergrund kopiert werden, während Sie bereits arbeiten. Außerdem bietet die Funktion die Möglichkeit, Daten auf dem Weg zwischen Server und Client zu komprimieren. Das Verhalten lässt sich vom Administrator für jede Freigabe über Gruppenrichtlinien steuern.

Im Gegensatz zu den allgemeinen Ordnerumleitungs-Optionen sticht der Anwendungsfall für das Home-Verzeichnis heraus, da Windows-Clients spezielle Standardeinstellungen verwenden, solange keine individuellen Einstellungen konfiguriert sind. Die Standardordnerumleitung von Windows ordnet dem jeweiligen Ordner ein Share auf dem Server zu und verwendet keine weiteren Optionen. Bei Verwendung auf dem Home-Verzeichnis wird das Verzeichnis im Hintergrund zwischen Client und Server synchronisiert und die Daten bei der Übertragung komprimiert.

Somit mindert die Ordnerumleitung Probleme mit der Anmeldegeschwindigkeit, die durch den Einsatz von Roaming-Profilen entstehen.

Für die meisten Szenarien zur Ordnerumleitung müssen Sie eine Gruppenrichtlinie erstellen, die die Ordnerumleitung aktiviert und alle Komfort-Funktionen wie Hintergrundsynchronisierung und Offline-Verfügbarkeit festlegt. Für die Umleitung des Home-Verzeichnisses müssen Sie lediglich den Pfad in der UMC angeben und Ihr Windows-Client kümmert sich daraufhin in fast allen Fällen um die besten Einstellungen für Ihren Benutzer.



Ordnerumleitung und zugeordnete Netzlaufwerke

Was ist der Unterschied zwischen der Ordnerumleitung und einem Netzlaufwerk, das einem Laufwerksbuchstaben zugeordnet ist? Dies ist eine häufig gestellte Fragen.

Der Unterschied besteht darin, dass das zugeordnete Netzlaufwerk einen Laufwerksbuchstaben hat, während die Ordnerumleitung als Ordner auf Ihrem lokalen Laufwerk gefunden werden kann. Aus einer UCS- und Windows-Perspektive sind die beiden identisch, nur anders für den Benutzer dargestellt. Sehr spezialisierte Anwendungen verwenden jedoch möglicherweise nicht die richtigen APIs unter Windows und arbeiten daher nur mit der einen oder der anderen Variante.

Diese Unterscheidung gilt sowohl für das Heimatverzeichnis des Benutzers, wo H: (Home), P: (persönliche) oder I: (individuelle) Laufwerke immer noch auf den meisten Unternehmensdesktops sowie für Gruppen- oder Teamordner zu finden sind. Das, was der Benutzer bevorzugt, ist oft der entscheidende Faktor, welche Option verwendet wird. In Bezug auf das Home-Verzeichnis des Benutzers kann es sinnvoll sein beides anzuwenden, da es für den Benutzer sehr praktisch ist und es in UCS leicht einzurichten ist.

Einrichtung in UCS

Screenshot der Univention Management Console

Diese Empfehlung führt uns bereits zum Setup auf UCS. Für das Benutzer-Heimatverzeichnis und -profil müssen Sie die Management Konsole nicht verlassen. Navigieren Sie zu Ihrem Benutzer und öffnen Sie die Konto-Registerkarte.

Screenshot eines UCS-Benutzerprofils, Registerkarte "Konto"

Hier finden Sie folgende Einträge:

Windows Home Laufwerk -> Der Laufwerksbuchstabe, dem zugeordnet wird
Windows Home Pfad -> Der Pfad zu der Netzwerkfreigabe, die das Heimatverzeichnis des Benutzers enthält
Windows Profilverzeichnis -> Der Pfad zum Benutzerprofilverzeichnis

Standardmäßig bildet jeder UCS Samba-Server das lokale Heimatverzeichnis des Benutzers über einen bestimmten Pfad ab. Sie können auf diesen über \\server.dns.name\nutzername zugreifen.

Sie können das Verhalten über die UCR-Variable „samba/share/home“ steuern. Darüber hinaus können Sie auch eine andere Freigabe erstellen. Beachten Sie jedoch, dass die Freigabe vorhanden sein muss, BEVOR der Benutzer versucht, sich das erste Mal anzumelden. Anderenfalls erhält der Benutzer eine Fehlermeldung.

Wenn Sie dies bei mehreren Benutzern ändern möchten, können Sie den tatsächlichen Benutzernamen durch die Variable % USERNAME% ersetzen. Um die Benutzereinstellungen für neue Benutzer komfortabel zu konfigurieren, werfen Sie bitte einen Blick auf den Abschnitt UCS-Templates im UCS-Handbuch.

Fazit

Roaming-Profile und Ordnerumleitung können den Convenience-Faktor für Benutzer erheblich erhöhen, indem ihre Einstellungen und Daten auf verschiedenen Computern verfügbar gemacht werden. Sie sind auch eine Voraussetzung für die Synchronisierung von Einstellungen und Daten zwischen einem Server und einem Laptop, der möglicherweise nicht immer im Büro eingesetzt wird.

Mit UCS dauert es nur ein paar Sekunden, um loszulegen. Diese beiden Funktionen bieten Ihnen ein weiteres leistungsstarkes Tool direkt in der UMC.

Ich hoffe, dass ich Ihnen wertvolle Tipps zur Verbesserung der Benutzererfahrung und Netzwerkgeschwindigkeit geben konnte. Wenn Sie weitere Fragen haben, nutzen Sie gern das Kommentarfeld oder besuchen Sie unser

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Kevin Dominik Korte studierte Informatik an der Jacobs University Bremen und schloss 2011 mit einem Master of Science ab. Anschließend arbeitete er zwei Jahre im Professional Services Team von Univention. Seit Oktober 2013 ist er President of Univention North America Inc. und für die Geschäftsentwicklung in den USA verantwortlich.

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Kommentare

  1. Wirklich klasse Beiträge, vielen Dank! Bei immer grösseren Netzwerken ist es für einzelne Personen und Unternehmer schwer alles schnell und intakt zu halten. Da bin ich froh, wenn man seine eigene IT Strategie mit euern Beiträgen zusammenbasteln kann. Macht weiter so!

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