Printserver-Header

In diesem How-To möchte ich Ihnen zeigen, wie die Administration von Printservern in einer UCS-Domäne funktioniert. Die Druckerverwaltung ist ein zentraler Bestandteil von UCS und ermöglicht Ihnen, Drucker und PDF-Drucker in einer UCS-Domäne zu steuern und richtlininenbasierte Druck-Quota in UCS einzurichten.


In dem 7-minütigen Tutorial sehen Sie Schritt für Schritt, wie Sie Druckserver installieren, Drucker zu UCS hinzufügen und Druckaufträge direkt in der UMC bearbeiten.

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Druckserver (CUPS) installieren

Die Druckerverwaltung ist eine Basisfunktionalität von Univention Corporate Server (UCS). Mit ihr können Sie Druckerfreigaben und Berechtigungen über das auf CUPS-basierende Drucksystem (Common Unix Printing System) richtlinienbasiert und plattformunabhängig verwalten.

Installieren Sie den Druckserver (CUPS) über das App Center. Alternativ können Sie auch direkt das Softwarepaket „univention-printserver“ nehmen. Hierbei werden CUPS und viele Treiber bekannter Druckermodelle mitgeliefert und zur Verwendung in UCS eingerichtet.

Die Univention Management Console (UMC) bietet für die Verwaltung von Druckerfreigaben in der Kategorie „Geräte“ das Modul „Drucker“, welches eine einfache Druckerverwaltung über den Browser ermöglicht. Im Modul „Druckaufträge“ können Sie sich den Status der lokalen Drucker anzeigen lassen und Druckaufträge verwalten.

PDF-Druckserver hinzufügen

Nun zeige ich, wie Sie einen PDF-Drucker hinzufügen. Die dazu benötigten Treiber sind über das Softwarepaket „univention-printserver-pdf“ installierbar. Analog können Sie die im Folgenden beschriebenen Schritte auch für reale Drucker nutzen.

Im Drucker-Modul können Sie interaktiv neue Druckerobjekte anlegen. Durch einen Klick auf den „Hinzufügen“-Button in der Kopfleiste der Objektliste öffnet sich ein Wizard, der alle erforderlichen Angaben abfragt. Als Typ wählen Sie „Druckerfreigabe: Drucker“ und klicken auf „Weiter“.

Alle erforderlichen Pflichtfelder sind mit einem Stern gekennzeichnet. Als Name für den neu anzulegenden Drucker kann „pdf“ gesetzt werden und als Druckserver wird der gewünschte Server ausgewählt. Das Protokoll ist cups-pdf:/ und als Ziel reicht ein Leerzeichen. Nach Auswahl des Drucker-Herstellers „PDF“ steht als Drucker-Modell „Generic CUPS-PDF Printer“ zur Auswahl. Mit einem Klick auf „Drucker-Erstellen“ wird das Druckerobjekt angelegt.

Weitere Hinweise finden Sie im Handbuch im Kapitel Generierung von PDF-Dokumenten aus Druckaufträgen.

Drucker bereitstellen

Um den Drucker zu nutzen, muss ein Windows-Client Teil einer UCS-Domäne sein. Dies erreichen Sie über die App Active Directory-kompatibler Domänencontroller. Werfen Sie an dieser Stelle auch einen Blick auf das How-To der Clientadministration mit UCS. In diesem beschreiben wir, wie Sie Clients hinzufügen, verwalten und einer UCS-Domäne beitreten lassen können.

Um den Drucker und Treiber für Benutzer am Windows-Client bereitzustellen, führen Sie das Programm „printmanagement.msc“ als Domain Administrator aus. Im Menüpunkt „Aktion“ genügt einKlick auf „Server hinzufügen/entfernen“, um einen weiteren Server hinzuzufügen. In dem Eingabefeld „Server hinzufügen“ müssen Sie den Namen des Druckservers eintragen. Dies ist der Servername, über den der Drucker bereitgestellt wird.

Nun suchen Sie auf dem Server den Drucker, welcher hier als „pdf“ angezeigt wird, und fügen ihn hinzu. Anschließend fügen Sie noch den Druckertreiber hinzu. Hierfür begeben Sie sich zum Eintrag „Eigenschaften“ unter dem Reiter „Erweitert“ und klicken auf „Neuer Treiber“. Für den PDF-Druckserver wählen Sie im Bereich „Generic“ den „MS Publisher Color Printer“-Treiber aus. Die Treiber werden hierbei serverseitig hinterlegt unter /var/lib/samba/drivers/, um später einen Windows-Client mit den richtigen Treibern zu versorgen.

Da die richtige Reihenfolge der einzelnen Schritte wichtig ist, verweise ich an dieser Stelle auf das Handbuch im Kapitel Einbinden von Druckerfreigaben auf Windows-Clients. Dort ist auch beschrieben, was zu tun ist, falls es zu Problemen kommt oder wie das Papierformat auf DIN A4 umzustellen ist.

Drucker im Windows-Client nutzen

Der hinzugefügte Drucker kann nun auf Windows-Clients per Windows-Gruppenrichtlinie verteilt werden, mithilfe einer entsprechenden GPO. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, bei der Anmeldung der Benutzer ein Script zur automatischen Druckereinbindung ausführen zu lassen. Letzteres haben wir in der Cool Solution – Printer assignment beschrieben.

Die dritte Möglichkeit, die Sie haben, ist das händische Hinzufügen des Druckers durch den Benutzer selbst. Im Netzwerk ist auf dem Server unter \\Servername der Drucker mit seinem Namen „pdf“ freigegeben. Hier klickt der Benutzer mit der rechten Maustaste auf das Druckersymbol und wählt im Kontextmenü „Verbinden …“ aus. Anschließend werden die zuvor auf dem Server hinterlegten Treiber heruntergeladen und der Drucker wird lokal für den Benutzer eingerichtet. Der Drucker ist dann sofort nutzbar und wird als „pdf an Servername“ angezeigt.

Falls die Treiber nicht wie zuvor beschrieben auf dem Server bereitgestellt sind, benötigt der Benutzer die Berechtigung, eigene Treiber installieren zu können. Dazu sind administrative Rechte nötig. Durch die Aktivierung der entsprechende GPO können somit auch Nicht-Administratoren Druckertreiber installieren.

Ausgedruckte Seiten werden auf dem Server im Verzeichnis /var/spool/cups-pdf/Benutzername abgelegt, wobei der Benutzername dem am Windows-Client angemeldeten Benutzer entspricht, der den Druckauftrag abgeschickt hat. Dieses Verzeichnis ist automatisch im Netzwerk unter dem Pfad //Servername/pdfPrinterShare/ freigegeben, sodass ein Benutzer der Domäne direkt auf seine ausgedruckten PDF-Dateien zugreifen kann, sobald der erste Druckauftrag dort abgelegt wurde.

Druckserver-Quota verwalten

Um richtlinienbasierte Druck-Quota in UCS zu verwalten, können Sie die im App Center bereitgestellte Software Druckserver Quota (pykota) verwenden. Damit ist möglich, Druckserver-Quotas auf Nutzer- oder Gruppenbasis zu setzen. Wenn ein Druckauftrag zum Drucker gesendet wird, wird jedes Mal vorab geprüft, ob der Benutzer zum Drucken berechtigt ist.

Weitere Dokumentation zur Druckserver-Quota ist in unserer Extended print services documentation beschrieben.

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Andreas Peichert entwickelt und programmiert Software seit 2000. Bei Univention ist er seit 2013 tätig und arbeitet als Softwareentwickler im Professional Services Team, wo er sich als Ausbilder auch um die Auszubildenden kümmert.

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