Eine veraltete IT-Landschaft, viele verschiedene Desktopsysteme mit proprietärer Software und die damit verbundenen Lizenzkosten stellten die Administratoren des Vereins ImPuls e. V. aus Hohen Neuendorf, Brandenburg, immer wieder vor Probleme. Gesucht war nach einer Lösung, die das Einrichten neuer Arbeitsplätze und das Pflegen der vorhandenen Desktops leichter macht. Die Verantwortlichen wünschten sich darüber hinaus eine Möglichkeit, alle Einrichtungen miteinander zu vernetzen und dabei die volle Kontrolle über ihre Daten zu behalten.

Wir, die Firma bitpack.io aus Birkenwerder, haben die IT-Infrastruktur des Vereins in den letzten Monaten modernisiert. Seit Juli 2019 sind die neuen Systeme im Einsatz: Die zentrale Komponente ist Univention Corporate Server; weiterhin sind Kopano, Nextcloud und OnlyOffice im Einsatz. In diesem Artikel möchten wir Ihnen das Projekt kurz vorstellen.

Professionelles Identity Management

Uns war es wichtig, keinen starren Vorgaben von Standardlösungen hinterherzulaufen, sondern optimal angepasste Software einzusetzen, die unter einer freien Lizenz steht und damit auch den hohen Datenschutz-Anforderungen entspricht. Dem Verein, der eng mit Kitas, Schulen, Jugendclubs und anderen öffentlichen Einrichtungen zusammenarbeitet, ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung besonders wichtig.

Daher kommt fortan ausschließlich freie Software zum Einsatz: eine Linux-Enterprise-Distribution mit integriertem Managementsystem und Active-Directory-Funktionen, eine freie Groupware-Lösung, ein Open-Source-Officepaket und -Cloud-Speicher sowie Linux-Desktoprechner für die Mitarbeiter. „Das spart nicht nur Lizenzkosten, sondern erhöht darüber hinaus signifikant die Datensicherheit“, so Thomas Hebestreit, Vorstandsmitglied des Vereins.

Technische Umsetzung

Der UCS-Server übernimmt das Identitäts-Management und speichert die Daten aller 50 Benutzer. Für diese zentrale Komponente haben wir ein redundantes Backup-Konzept umgesetzt. Die IDM-Instanz regelt auch den Zugang zu den Fachanwendungen für alle Benutzer. An UCS angeschlossen sind derzeit die Open-Source-Groupware Kopano (Mails, Kalender, Kontakte und Aufgaben), Nextcloud (Filehosting) und OnlyOffice (Dokumentenverwaltung). Dank des Univention App Centers ist es leicht, in Zukunft weitere Anwendungen zentral zu installieren.

Beim ImPuls e. V. sind sämtliche Einrichtungen ab sofort miteinander vernetzt. Auf den Desktops der Mitarbeiter kamen bisher Windows 98, XP, 7 und 10 zum Einsatz. Die Microsoft-Betriebssysteme haben wir durch Ubuntu ersetzt und uns für die LTS-Version (Long Term Support) entschieden.

Offen und skalierbar

Die Benutzerverwaltung ist denkbar einfach geworden. Kommen neue Beschäftigte hinzu oder scheidet jemand aus, kann sich künftig ein ehrenamtlicher Mitarbeiter in Teilzeit um das Anlegen und Löschen der Accounts kümmern. Da die Fachanwendungen ebenfalls an zentraler Stelle installiert sind, ist das Einrichten und Pflegen der Desktoprechner deutlich leichter geworden. Für die Zukunft ist geplant, nicht nur die Benutzerkonten über Univention Corporate Server zu managen, sondern auch die Desktopcomputer in die Domänenverwaltung aufzunehmen.

Der Verein freut sich über eine zeitgemäße, skalierbare Lösung, die auf freier Software basiert und die Sicherheit der Daten garantiert. „In unseren Einrichtungen arbeiten wir auch mit sensiblen Daten von Familien, die unter hohem Schutz durch die europäische Datenschutz-Grundverordnung stehen. Mit unserem neuen System haben wir volle Kontrolle und können sicherstellen, dass Daten dort bleiben, wo sie sein sollen“, sagt Thomas Hebestreit vom ImPuls e. V.

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Kommentare

  1. Timon Zielonka

    01.09.2019 um 22:37 Uhr

    Unterstützt die Lösung auch dass jeder Mitarbeiter sich auf jedem PC einloggen kann und wieder seinen persönlichen Desktop sieht?

    Antworten
  2. Michael Grandjean

    02.09.2019 um 12:41 Uhr

    Hallo,

    > dass jeder Mitarbeiter sich auf jedem PC einloggen kann

    Ja 🙂 Das ist ja das schöne an einem gemeinsamen Sicherheits- und Vertrauenskontext (Domäne) wie UCS ihn aufspannt.

    > und wieder seinen persönlichen Desktop sieht?

    Auch das funktioniert. Für Windows-Clients würde man sog. Roaming-Profiles einrichten: http://docs.software-univention.de/handbuch-4.4.html#windows:roamingprofiles:samba4
    Bei unixoiden Clients kann man den Weg gehen, das jeweilige Benutzer-Home-Verzeichnis auf dem Server beim Login am Client lokal zu mounten.

    Freundliche Grüße,
    Michael Grandjean

    Antworten
  3. Thomas Oecknick

    21.09.2019 um 10:40 Uhr

    Ich bin Administrator in einer Gemeinde in Brandenburg und habe mir auch schon UCS angesehen. Sieht so schön rund aus.
    Lieber heut‘ als morgen würde ich auf OpenSource wechseln. Was aber mache ich mit den Fachanwendungen, die es ausschließlich als Windows-Anwendung gibt?
    Doppelte PC-Haltung? Die Clients auf Linux in UCS und für die Fachanwendungen Windows-VMs oder Terminal Services?
    ReactOS oder Wine kann man bei den Fachanwendungen glaube vergessen. Diese strotzen nur so vor NetFramework-Geraffel….warum auch immer.?!
    Besonders die Hersteller der Fachanwendungen halten Microsoft hier im Sattel. Solange diese noch an Client-Server-Anwendungen der alten Welt festhalten und diese nicht durch Webanwendungen ersetzen hat man kaum eine Chance im öffentlichen Dienst auf OpenSource zu wechseln.

    Wenn ich nur an den nächsten monatlichen Windows-Update-Zirkus denke wird mir schon wieder schlecht. Same prcoedure in every mounth….

    Schönes Wochenende

    Antworten
  4. Michael Grandjean

    23.09.2019 um 20:17 Uhr

    Hallo Herr Oecknick,

    das sind in der Tat keine unüblichen Herausforderungen, nicht nur im öffentlichen Dienst 🙂
    Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die häufigste Variante dann doch zentrale Windows Terminal Server sind, auf die von verschiedensten Clients aus per RDP (oder gar Citrix) zugegriffen werden kann.
    Gefühlt ist in dem Bereich „Webanwendung statt Windows-Desktop-Client“ aber durchaus Bewegung drin, wenn auch nicht so schnell wie Sie und ich das vermutlich gerne hätten.
    Von daher: Dranbleiben!

    Freundliche Grüße,
    Michael Grandjean

    Antworten

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