Absolventenpreis

Um die Verbreitung von Open Source-Software im professionellen Umfeld voranzutreiben, schreibt Univention nun bereits zum neunten Mal den Univention Absolventenpreis aus. Die Preisgelder für den Absolventenpreis 2016 werden von Univention gestiftet, die Gewinner von einer unabhängigen Jury gewählt. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die den Einsatz von Open Source-Software für professionelle Anwender attraktiver machen. Eine Einschränkung auf bestimmte Fachbereiche besteht nicht.

Der Gewinner des Absolventenpreises erhält € 2.000 Preisgeld,  der Zweitplatzierte € 1.000 und der Drittplatzierte gewinnt € 500.

Hut Schulabschluss und Papierrolle

Für den Preis können Arbeiten aus den unterschiedlichsten Disziplinen eingereicht werden. Informatikarbeiten, die Open Source-Software weiterentwickeln oder wirtschaftsorientierte Arbeiten, die betriebswirtschaftliche Aspekte des Einsatzes von Open Source-Software untersuchen sind genauso möglich wie Einreichungen aus der Psychologie oder Soziologie, die sich mit gruppen- oder gesellschaftsrelevanten Schwerpunkten befassen oder Arbeiten, in denen für Unternehmen oder Behörden relevante juristische Aspekte beim Einsatz von Open Source-Software untersucht werden. Von zentraler Bedeutung bei der Bewertung ist die praktische Relevanz, die Innovation und die Verwertbarkeit der jeweiligen Arbeit.

Die Jury 2016

Monika Schnizer - Fujitsu
Holger Koch - DB Systems
Joerg Liebe - Lufthansa Systems
Dr. Steffen Evers - Bosch Software Innovation
Dr. Dieter Hutter - Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Hans Joachim Baader – Pro-Linux.de

Monika Schnizer – Fujitsu

Holger Koch – DB Systel

Joerg Liebe – Lufthansa Systems

Dr. Steffen Evers – Bosch Software Innovation

Dr. Dieter Hutter – DFKI

Hans Joachim Baader – Pro-Linux.de

Die Preisträger des Absolventenpreises


Peter Ganten, Philipp de Graaff, Philip Wendland, Sergej Schumilo

Im Rahmen der Blogger- und Digitale Medien-“Gesellschaftskonferenz“ re:publica in Berlin fand am 06. Mai 2015 die Preisverleihung des Univention Absolventenpreises 2015 statt. Die Themenspanne der drei Siegerarbeiten reichte von der Programmierung einer Open Source-Entwicklungsumgebung zur Steuerung von AR.Dronen über die Entwicklung freier Treiber für Smartcards bis hin zur Erstellung eines Frameworks zur automatisierten Untersuchung von Sicherheitslücken bei USB-Schnittstellen.


1. Platz – Philipp de Graaff, Goethe Universität Frankfurt am Main


1 platz Absolventenpreis 2015 Peter Ganten, Philipp de Graaff

Philipp de Graaff von der Goethe Universität in Frankfurt am Main schrieb im Rahmen seiner Arbeit “Universelle Kontrolle und Überwachung einer AR.Drone 2.0 auf Basis eines offenen und erweiterten Toolkits” eine Entwicklungsumgebung, mit der man ohne tiefere Kenntnisse der Drohnentechnik unkompliziert Programme zur Steuerung einer Drohne erstellen kann. So können Anwender mit diesem unter einer Open Source-Lizenz veröffentlichten Toolkit Programme schreiben, welche die Drohne beispielsweise die Umgebung kartografieren oder selbstständig kleine Güter an ihr Ziel liefern lassen – bis hin zur automatischen Suche nach z. B. abgerissenen Überlandleitungen.


2. Platz: Philip Wendland – Technische Universität Ilmenau


2 platz Absolventenpreis 2015 Peter Ganten Philip Wendland

Philip Wendland entwickelte in seiner Bachelorarbeit “Entwicklung eines Java Card Applets und OpenSC Treibers für Smartcards” Open Source-basierte Middleware und Treiber für Smartcards, die zum hardware-basierten Schutz vor Sicherheitslücken in kryptografischen Funktionen eingesetzt werden. Damit brachte Wendland eine neue Generation von Smartcardsoftware heraus, die vollständig ohne proprietäre Komponenten auskommt.


3. Platz: Sergej Schumilo – Fachhochschule Münster


3 platz Absolventenpreis 2015 Sergej Schumilo, Peter Gaten

In seiner Bachelorarbeit “Konzeption und Implementierung einer QEMU- und KVM-basierten USB-Fuzzing Infrastruktur” entwickelte Sergej Schumilo ein GPL-lizensiertes, neuartiges USB-Fuzzing-Framework, das die systematische Untersuchung aller verfügbaren USB-Treiber auf Sicherheitsschwachstellen automatisiert erlaubt. Neu ist dabei auch, dass die gefundenen Schwachstellen in einem reproduzierbaren Format dokumentiert werden, sodass festgestellte Fehler einfach nachzustellen und damit schnell zu beheben sind.

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Zu Beginn des LinuxTages 2014 am 08. Mai 2014 wurde der Univention Absolventenpreis an die drei Gewinner übergeben. Sie entwickelten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten praxisrelevante Open Source-Software, mit deren Hilfe die Möglichkeit zum Einsatz solcher Software in Wirtschaft und Industrie erheblich verbessert wird.


1. Platz – Sebastian Roland, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg


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Sebastian Roland setzt sich in seiner Bachelorarbeit „Nutzung von X.509-Zertifikaten für Smartcard-basierte SSH-Benutzer-Authentifizierung“ mit der Problematik der sicheren Authentifizierung von Nutzern mittels X.509-Zertifikaten und der Automatisierung des SSH-Schlüsselmanagements auseinander. Ziel der Arbeit von Sebastian Roland war es zu evaluieren, wie eine bestehende PKI (Public-Key-Infrastruktur) inklusive Smartcard-Technologie, die X.509-Zertifikate für Benutzer automatisiert erstellt und verwaltet, für eine SSH-Benutzer-Authentifizierung genutzt werden kann. Für Unternehmen lassen sich durch die Automatisierung und Nutzung von Synergien erhebliche Kosten einsparen. Gleichzeitig wird die Sicherheit bei der Verwaltung und dem Einsatz des Schlüsselmaterials erheblich erhöht


2. Platz: Dennis G. Jansen – University of California Berkeley, School of Law


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Die Masterarbeit „Contribution Agreements‘ Flexibility in Outbound Licensing“ von Dennis G. Jansen beschäftigt sich eingehend mit Contribution Agreements im US-amerikanischen Lizenzrecht. Dabei handelt es sich um eine Open Source-Softwarelizenz, die es einem Projekt ermöglicht, einzelne Beiträge von Projektmitgliedern auch unter mehreren Lizenzen zu veröffentlichen. Dennis G. Jansen weist in seiner Arbeit auf wichtige Probleme bei der Verwendung des Contribution Agreements im amerikanischen Recht hin und entwickelt in einem zweiten Schritt eine mögliche Erweiterungsklausel, die eine rechtssichere Kombination des Contribution Agreements mit unterschiedlichen Lizenzen ohne vorherige Lizenzkompatibilitätsprüfung erlaubt.


3. Platz: Raphael Hiegsen – Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg


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Ziel der Bachelorarbeit „libcppa on SIMD machines – GPGPU computing using transparent C++11 actors and OpenCL“ von Raphael Hiesgen ist es, Grafikprozessoren (GPUs), die sich in den letzten Jahren von dedizierten Pipelines zu Gruppen von datenparallelen, programmierbaren Kernen entwickelt haben, von einer höheren Abstraktionsebene aus programmierbar zum machen. Grundidee der Untersuchung ist dabei die Vereinigung von General-purpose Computing auf Graphics Processing Units (GPGPU) mit dem Actor Model, das eine Abstraktion über parallele Systeme schafft und die Möglichkeit bietet, verteilte, fehlertolerante Systeme zu entwickeln.

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Zur Eröffnung des LinuxTages 2013 am 22. Mai 2013 wurde der Univention Absolventenpreis an die Gewinner übergeben. Alle drei Gewinner entwickelten praxisrelevante Open Source Software, die u.a. zur Verbesserung von alltäglicher Software, wie sie in Navigationssystemen und Netzwerken vorkommt dient oder zur Vereinfachung der Programmierung von Robotern beiträgt.


1. Platz – Alexander Bertram, Fachhochschule Wedel


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Auf den ersten Platz wählte die Jury die Arbeit „AntScout – Dynamisches Routing auf OpenStreetMap“ von Alexander Bertram. Im Rahmen seiner Arbeit implementierte Bertram prototypisch einen speziellen Algorithmus für die dynamische Verkehrsnavigation in das Open Source Navigationssystem „OpenStreetMap“. Mit Bertrams Implementierung können Open Source-basierte Navigationssysteme aktuelle Gegebenheiten, wie das Verkehrsaufkommen, das Staurisiko oder für den Fahrer interessante Punkte, wie Sehenswürdigkeiten in die Berechnung der optimalen Route mit einbeziehen.


2. Platz: Andreas Hübner – Ruhr Universität Bochum


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Die Entscheidung für den zweiten Platz fiel auf die Diplomarbeit „SRSTP – A Security Enhancement for IEEE 802.1D“ von Andreas Hübner. Mit der Arbeit verbesserte er die Ausfallsicherheit von Netzwerken und konnte gleichzeitig die Daten-Geschwindigkeit erhöhen. Hübners Weiterentwicklung des IEEE 802.1D-Protokolls integriert zudem kryptografische Verfahren zur Authentifizierungsprüfung. Diese Erweiterung kann beispielsweise die Sicherheit von WLAN-Routern erheblich verbessern.


3. Platz: Filip Müllers – Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn


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Auf den dritten Platz wählte die Jury Filip Müllers mit seiner Arbeit „Implementierung einer graphischen Oberfläche zur Unterstützung bei der Roboter-Softwareentwicklung in ROS“. In seiner Arbeit entwickelte er die grafische Benutzeroberfläche „rxDeveloper“ für die Programmierung von Anwendungen für Roboter. Mit dieser können Nutzer intuitiv per „drag and drop“ Funktionen als Graphen zusammenbauen, sie mit Eigenschaften verbinden und verändern. Das Programm erlaubt dann die sofortige Ausführung und Test der entwickelten Funktionen.

Teilnahmebedingungen

Abschlussarbeiten (Master oder Bachelor) von Fachhochschulen oder Hochschulen, die einen innovativen Beitrag zum Thema Linux und Open Source-Software leisten, können eingereicht werden. Die Arbeiten müssen in deutscher oder englischer Sprache verfasst und bei Einreichung innerhalb der Jahre 2014, 2015 oder 2016 beurteilt worden sein. Folgende Unterlagen sind einzureichen:

  • tabellarischer Lebenslauf der Autorin / des Autors
  • eine ein-, maximal zweiseitige Inhaltsangabe der Arbeit
  • die vollständige Abschlussarbeit
  • Nachweis über die Bewertung der Arbeit und Abschluss des Studiums (z. B. Gutachten und Diplom- bzw. Master- oder Bachelorurkunde)
  • Angabe der Open Source-Lizenz, sofern im Rahmen der Abschlussarbeit Software entwickelt wurde

Mit der Einreichung erklärt sich jede Bewerberin / jeder Bewerber damit einverstanden, dass der Name der Bewerberin / des Bewerbers und die Zusammenfassung der Arbeit im Fall der Verleihung des ersten, zweiten oder dritten Preises von Univention veröffentlicht werden darf.

Die übrigen Unterlagen werden ausschließlich zur Prüfung der formalen Kriterien bzw. zur Bewertung der Arbeit genutzt. Sie werden von Univention an die Mitglieder der Jury weitergegeben. Jede weitere Verwendung dieser Informationen und insbesondere die Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen.